Immer wieder kommt die Frage auf, ob Training mit dem eigenen Körpergewicht ausreicht. Die kurze Antwort: Ja , aber nur bis zu einem gewissen Punkt. Bodyweight-Training ist definitiv nichts Schlechtes. Im Gegenteil: Wenn ihr unterwegs seid, auf Übung, im Einsatz, im Urlaub oder einfach keinen Zugang zu einem Gym habt, ist es eine hervorragende Möglichkeit, die Trainingsroutine aufrechtzuerhalten und den Körper leistungsfähig zu halten. Liegestütze, Klimmzüge, Dips, Ausfallschritte, Burpees oder Sprünge können den Kreislauf fordern, Kraftausdauer verbessern und dabei helfen, Muskelmasse über einen gewissen Zeitraum zu erhalten. Bewegung ist immer besser als gar keine Bewegung. Trotzdem sollte man die Grenzen kennen. Das größte Problem: Progressive Überlastung Einer der wichtigsten Grundsätze im Krafttraining ist die progressive Überlastung (Progressive Overload). Der Körper passt sich nur dann weiter an, wenn der Trainingsreiz im Laufe der Zeit zunimmt. Im Fitnessstudio ist das einfach: - Kniebeuge mit 60 kg. - Danach 65 kg. - Dann 70 kg. Der Reiz steigt kontrolliert und messbar. Beim reinen Bodyweight-Training ist das deutlich schwieriger. Irgendwann reichen normale Liegestütze oder Kniebeugen nicht mehr aus. Dann beginnt man mit schwierigeren Varianten: - einarmige Liegestütze - Pistol Squats - explosive Varianten - langsamere Wiederholungen - Pausen in der Bewegung - höhere Wiederholungszahlen Das funktioniert grundsätzlich allerdings nur begrenzt. Besonders der Unterkörper stößt schnell an Grenzen Während der Oberkörper durch Klimmzüge, Dips oder Liegestütze noch relativ lange sinnvoll belastet werden kann, wird es für den Unterkörper deutlich schwieriger. Eine normale Kniebeuge mit dem eigenen Körpergewicht stellt für trainierte Personen irgendwann kaum noch einen relevanten Kraftreiz dar. Selbst einbeinige Varianten lassen sich nur begrenzt steigern und werden häufig eher durch Gleichgewicht oder Beweglichkeit limitiert als durch die eigentliche Kraft.