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Der Markt hustet nicht – er zeigt seine Schwäche
Die Schlagzeile ist die Falle. „Crash-Vorbote oder Börsen-Schluckauf?“ fragt der Mainstream. Als wäre Risiko ein Erkältungsvirus, das man diagnostiziert, bevor es kommt. Was passiert ist? Tech-Werte mit göttlichen Bewertungen liefern nur noch sehr gute statt perfekte Zahlen. Der Markt reagiert beleidigt. Ein paar Prozent Minus. Drama. Push-Nachrichten. Expertenrunde. Das ist kein Schluckauf. Das ist Erwartungsmanagement in einer Welt ohne Fehlertoleranz. Erinner dich an 2021. Jeder zweite Anleger war KI-Visionär, Tech-Prophet oder ETF-Missionar. Gewinne waren egal, Hauptsache Story. Heute reicht eine minimale Abweichung vom Narrativ und Milliarden verdampfen. Nicht wegen Fundamentaldaten. Wegen enttäuschter Fantasie. Das ist Dünneis-Logik: Je höher die Erwartungen, desto fragiler das System. Je stärker das „Buy the Dip“-Mantra, desto größer die Fallhöhe. Ein Markt, der überzeugt ist, dass Rücksetzer Geschenke sind, ist kein stabiler Markt. Er ist selbstzufrieden. Ist das der große Crash? Vielleicht nicht. Märkte können länger irrational bleiben, als Anleger liquide sind. Aber es ist ein strukturelles Warnsignal: Bewertungen sind keine Naturgesetze. Narrative sind keine Sicherheiten. Liquidität ist kein Charaktermerkmal. Wer jetzt panisch verkauft, denkt linear. Wer jetzt euphorisch nachkauft, denkt auch linear. Die spannende Frage ist nicht, ob das ein Schluckauf war. Die spannende Frage ist, wie robust dein Portfolio wirklich ist, wenn der nächste Rücksetzer kein Schluckauf bleibt.
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Der Markt hustet nicht – er zeigt seine Schwäche
20,7 Prozent für 20 Jahre? Excel ist kein Orakel
„Daran sieht man, wie entscheidend Zeit fürs Investment ist“, sagt Swetlana Eberz. Volkswirtin. Master of Science. Geschäftsführerin eines Finanzverlags. Auf Instagram erklärt sie diszipliniert, wie Vermögen entsteht. Seriös. Systematisch. Optimistisch. Und dann kommt die Verheißung. 12,05 Prozent Durchschnittsrendite beim MSCI World. 100 Euro im Monat. Nach knapp 40 Jahren Millionär. 200 Euro? Dann schneller. Oder gleich 2,5 Millionen, wenn man 40 Jahre durchhält. Vierzig Jahre. Das ist kein Sparplan. Das ist ein Lebensvertrag mit der Hoffnung, dass die letzten zehn Jahre die nächsten vierzig repräsentieren. Noch schöner wird es mit dem Nasdaq 100. „Durchschnittsrendite von ca. 20,7 Prozent.“ 100 Euro monatlich und „nach gut 23 Jahren Millionär“. 20 Prozent. Zwei Jahrzehnte. Linear hochgerechnet. Excel liebt solche Kurven. Sie steigen so brav. Was hier passiert, ist intellektuelle Kosmetik. Man nimmt eine historische Ausnahmephase mit Nullzinsen, Liquiditätsflut und Tech-Euphorie und tut so, als sei sie die Normaltemperatur der Märkte. „Aktienmärkte stehen nicht still … über kurz oder lang erholen sich die Kurse auch wieder.“ Über kurz oder lang. Das ist kein Argument. Das ist ein Trostsatz. Japan 1989. Nasdaq 2000. Wer Pech mit dem Einstiegszeitpunkt hatte, bekam kein „kurz“. Er bekam ein Jahrzehnt Realität. Natürlich folgt der Sicherheitshinweis: „Alles auf eine Karte setzen“ sei falsch. Also bitte MSCI World, Nasdaq 100, vielleicht noch Europa dazu. Das ist Diversifikation wie drei Sorten Vanilleeis. Unterschiedliche Verpackung, gleicher Grundgeschmack: große, westliche, kapitalmarktgetriebene Konzerne, stark US-dominiert. Der Artikel verkauft Geduld als Allheilmittel. Aber Geduld ist nur dann eine Tugend, wenn du die Drawdowns aushältst. Psychologisch. Finanziell. Strukturell. Ein 50-Prozent-Crash ist kein theoretischer Wert. Er ist ein Test. Und die meisten Menschen bestehen diesen Test nicht, egal was sie sich heute vornehmen. Das eigentliche Problem ist nicht der ETF.
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20,7 Prozent für 20 Jahre? Excel ist kein Orakel
Hundert Jahre. Ernsthaft?
Alphabet Inc. (der Mutterkonzern von Google) begibt eine 100-jährige Anleihe, und Investoren greifen zu, als hätten sie gerade den heiligen Gral der Stabilität entdeckt. Ein Jahrhundert Laufzeit klingt nach Solidität, nach Planbarkeit, nach einem Fels in der Brandung. In Wahrheit ist es vor allem eines: eine Wette auf eine Zukunft, die niemand seriös modellieren kann. Vor 100 Jahren existierte kein Silicon Valley. Technologiezyklen dauerten Jahrzehnte, nicht Quartale. Marktführer galten als unangreifbar. Und dann verschwanden sie. Dominanz ist kein Schutzschild, sie ist ein Ziel auf der Stirn. Wer heute glaubt, die Kreditwürdigkeit eines Tech-Konzerns bis 2126 sauber kalkulieren zu können, verwechselt Bilanzanalyse mit Wahrsagerei. Eine 100-jährige Anleihe ist keine neutrale Kapitalanlage. Sie ist eine extreme Duration-Wette. Sie setzt stabile Inflation, berechenbare Zinsen und politische Disziplin über ein Jahrhundert voraus. Wir haben es nicht einmal geschafft, zehn Jahre Geldpolitik ohne Exzesse zu überstehen. Nullzinsen, Gelddrucken, Inflationsschock, Zinssprung. Und nun soll ein Investor ernsthaft glauben, die nächsten 100 Jahre seien halbwegs prognostizierbar? Das Entscheidende ist die Asymmetrie. Der Käufer erhält fixe Kupons und begrenztes Upside. Er trägt das volle Zinsänderungs- und Inflationsrisiko. Alphabet Inc. hingegen sichert sich Kapital für ein Jahrhundert, mit der Option, dass Inflation und Zeit die reale Last erodieren. Optionalität liegt beim Emittenten, Fragilität beim Gläubiger. Das ist kein Zufall, das ist Struktur. Ich erinnere mich an Gespräche aus dem Jahr 2021. Damals wollten viele Investoren ultralang laufende Anleihen kaufen. „Sicherer geht es nicht“, hieß es. Ein Jahr später standen zweistellige Buchverluste in den Depots. Nicht wegen Ausfall, sondern wegen Zinsrealität. Und das bei Laufzeiten von 20 oder 30 Jahren. Hundert Jahre potenzieren dieses Risiko. Wer hier investiert, verkauft Volatilität für ein paar Basispunkte Rendite und trägt ein Risiko, das außerhalb jeder historischen Stichprobe liegt.
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Hundert Jahre. Ernsthaft?
Silbermarkt 2026: Papier, Metall – und warum die Industrie nicht auf die COMEX wartet
Jetzt reden wir mit echten Zahlen. Keine Panik. Keine Beruhigung. Nur Struktur. An der COMEX liegen aktuell rund 100–125 Millionen Unzen Silber als „registered“ vor – also physisch verfügbar für die Auslieferung. Dem stehen über 500 Millionen Unzen an offenen Papieransprüchen gegenüber. Das bedeutet nüchtern: nur etwa ein Viertel aller offenen Ansprüche wäre sofort physisch deckbar. Das ist kein Skandal. Das ist Konstruktion. Wie viel wird tatsächlich geliefert? Historisch werden über 95 % der COMEX-Kontrakte vor Fälligkeit glattgestellt, nicht physisch ausgeliefert. Das System ist auf Nicht-Lieferung optimiert. Wenn aber in Delivery-Phasen zweistellige Millionen-Unzen-Mengen wirklich zur Abholung angemeldet werden, schrumpft der Puffer schnell – und plötzlich wird aus einem Papiermarkt realer physischer Druck. Vergleich mit dem Bankensystem Das Ganze funktioniert wie das klassische Mindestreservesystem in Banken: Eine Bank hält nur einen Bruchteil der Einlagen als Reserve, der Rest ist Kredit. Solange nicht viele gleichzeitig „abheben“ wollen, läuft’s. Wenn doch, nennt man das Bank Run. Genauso ist der COMEX-Silbermarkt konstruiert: • Viele Papieransprüche • Begrenzte sofort verfügbare physische Basis • Vertrauen als Schmiermittel Das funktioniert – bis Verhalten Realität erzeugt. Was macht Industrie, wenn Märkte versagen? Industrie wartet nicht auf Spot- oder Futures-Preise. Industrie sichert sich Lieferketten. Ein aktuelles Beispiel ist Samsung C&T: über eine Offtake- und Finanzierungsvereinbarung hat sich Samsung Zugriff auf die Produktion der La Parrilla Silbermine in Mexiko gesichert – nicht durch Minenkauf, sondern durch langfristige Lieferrechte im Tausch gegen Produktionsfinanzierung. Das ist keine Spekulation. Das ist Skin in the Game. (Lieferverträge sind genau das: Verfügbarkeit > Preis.) Warte nicht auf den COMEX-Versorgungsstress. Unternehmen handeln bereits. Schwachstelle liegt in der Struktur Ein System mit:
Goldpreis: kurzfristiger Rücksetzer, langfristig irrelevant
Panik ist kein Signal. Sie ist ein Fehler. Freunde, wer bei Gold wegen ein paar roter Tage nervös wird, hat das Instrument nicht verstanden. Oder sich selbst nicht. Tagespreise sind Mikroskopie. Unter dem Mikroskop sieht alles krank aus. Jahrespreise sind die Diagnose. Gold schwankt, weil es frei ist. Weil es nicht geglättet wird von Zentralbank-Pressekonferenzen, Forward Guidance und statistischer Kosmetik. Wer das tägliche Auf und Ab nicht aushält, hält schlicht eine zu große Position. Das ist kein Marktproblem. Das ist schlechtes Risikodesign. Fakten zuerst, Gefühle später: Gold liegt im Monatsvergleich klar im Plus. Zweistellig. Wer das ignoriert und stattdessen auf Intraday-Kerzen starrt, verwechselt Volatilität mit Verlust. Volatilität ist der Preis für Robustheit. Verlust ist der Preis für Dummheit. Gold ist kein Investment im klassischen Sinn. Es produziert nichts, verspricht nichts, erklärt nichts. Genau deshalb funktioniert es. Es ist eine Versicherung gegen systemische Fehler: Schuldenorgien, Währungsverwässerung, politische Kurzfristigkeit. Versicherungen bewertet man nicht täglich. Niemand überprüft morgens die Feuerversicherung und kündigt sie mittags, weil das Haus noch steht. Wer ständig misst, wird ständig irre. Und wer ständig nervös ist, trifft schlechte Entscheidungen. Antifragilität bedeutet nicht, dass es nie wackelt. Sie bedeutet, dass man vom Wackeln profitiert, während andere kapitulieren. Die eigentliche Lehre aus der aktuellen Gold-Panik ist banal und unangenehm: Wenn dich der Preisverlauf emotional triggert, bist du nicht abgesichert, sondern überhebelt. Mental oder finanziell. Gold testet keine Märkte. Es testet Charakter. Und Charakter zeigt sich nicht an grünen Tagen, sondern genau dann, wenn es kurz unangenehm wird.
Goldpreis: kurzfristiger Rücksetzer, langfristig irrelevant
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