2025 war die Abrechnung – und der Euro der rote Faden
2025 war ein Jahr, in dem der Markt die Geduld verlor. Nicht mit Investoren, sondern mit Illusionen. Die Performance der einzelnen Assetklassen war so eindeutig, dass man sie kaum noch interpretieren musste. Man musste sie nur akzeptieren. Gold stieg im Kalenderjahr um rund 64 Prozent. Kein spekulativer Ausbruch, sondern ein sauberer, fast disziplinierter Anstieg. Silber ging deutlich weiter und legte rund 146 Prozent zu. Platin folgte mit etwa 122 Prozent, Palladium mit rund 76 Prozent. Industriemetalle wie Kupfer zeigten ebenfalls starke Zuwächse. Materielle Knappheit wurde 2025 nicht diskutiert, sie wurde bepreist. Minenaktien reagierten mit Hebel. Der HUI-Index, als Stellvertreter für große, ungehedgte Goldproduzenten, verdoppelte sich nicht nur, sondern legte rund 144 Prozent zu. Stark, aber mit allen bekannten Risiken. Kosten, Politik, operative Unsicherheiten. Minen blieben, was sie sind: Verstärker, keine Basis. Aktien liefen ordentlich, aber unspektakulär. Der breite Markt kam auf eine zweistellige Rendite, blieb aber klar hinter Rohstoffen zurück. Anleihen lieferten moderate Zugewinne, irgendwo im Bereich von sieben Prozent, abhängig von Laufzeit und Bonität. Rechnerisch korrekt, strategisch unauffällig. Krypto enttäuschte. Bitcoin und Ethereum schlossen das Jahr mit Verlusten ab. Hohe Volatilität, keine Schutzfunktion, kein Gegengewicht in Stressphasen. 2025 war damit kein chaotisches Jahr, sondern ein lehrreiches. Es zeigte sehr klar, welche Assets von monetärem Stress profitieren, welche ihn lediglich überstehen und welche in ihm versagen. Gold stabilisierte, Silber beschleunigte, Minen hebelten, Anleihen beruhigten, Krypto polarisierte und Aktien folgten der Liquidität. Zoomt man aus diesem Jahr heraus, wird das Bild noch klarer. Seit Einführung des Euro läuft ein stilles Experiment. Es misst nicht Innovation, nicht Produktivität, sondern Kaufkrafterhalt. Gold kostete 1999 rund 250 Euro je Unze. Heute sind es über 3.000 Euro. Das entspricht gut zehn Prozent Rendite pro Jahr in Euro. Silber hat sich von etwa vier Euro auf über fünfzig Euro vervielfacht, ebenfalls mit einer zweistelligen jährlichen Rendite. Palladium liegt langfristig bei rund acht Prozent, Platin bei etwa sechs.