Wen interessieren schon Tageskerzen
Wer auf Tageskerzen starrt, hat das falsche Problem. Nicht Volatilität bedroht Vermögen, sondern Systemversagen. Gold ist kein Investment. Es will nicht gefallen, nicht performen, nicht glänzen in PowerPoint-Folien. Gold existiert für genau einen Zweck: Es funktioniert, wenn alles andere aufhört, logisch zu sein. Seit Jahrzehnten leben wir in einem Experiment aus Schulden, Hebel und Vertrauen. Vertrauen darauf, dass Geld nicht beliebig vermehrt wird. Vertrauen darauf, dass Staaten rational handeln. Vertrauen darauf, dass Regeln gelten, wenn es unbequem wird. Spoiler: Vertrauen ist kein Vermögenswert. Gold braucht dieses Vertrauen nicht. Kein Emittent. Keine Gegenpartei. Keine Rettung durch gutes Zureden. Ja, der Preis schwankt. Natürlich. Alles schwankt, was frei ist. Wer daraus ein Argument gegen Gold macht, verwechselt Bewegung mit Gefahr. Tageskerzen sind Lärm. Sie sagen nichts über Stabilität aus, nur über Nervosität. Interessant ist etwas anderes: Während Privatanleger über Rücksetzer diskutieren, bauen Zentralbanken still Reserven auf. Die einen handeln Meinung, die anderen Risiko. Das ist kein Zufall, das ist Erfahrung. Gold zahlt keine Zinsen. Aber es fällt auch nicht aus. Es verspricht nichts. Und genau deshalb hält es sein Versprechen. Man braucht Gold nicht, solange Systeme funktionieren. Man braucht es genau dann, wenn sie es nicht mehr tun. Und dieser Moment fragt nicht nach dem Einstiegskurs.