Schwarzer Schwan vs. Force Majeure – und warum das gerade real passiert
Viele setzen Force Majeure mit einem Schwarzen Schwan gleich.
Das ist verständlich – aber nicht korrekt.
Der Unterschied ist entscheidend.
Der Schwarze Schwan (Nassim Taleb)
Ein Schwarzer Schwan ist ein extrem seltenes und kaum vorhersehbares Ereignis, das enorme Auswirkungen hat.
Beispiele:
• Finanzkrise 2008
• Corona-Pandemie
• plötzliche Währungskrisen
Das Entscheidende:
Diese Ereignisse wirken im Nachhinein erklärbar – waren vorher aber kaum prognostizierbar.
Force Majeure
Force Majeure ist dagegen kein Ereignis, sondern ein juristischer Begriff.
Er beschreibt Situationen, in denen Verträge aufgrund außergewöhnlicher Ereignisse nicht erfüllt werden können, weil diese außerhalb der Kontrolle der Beteiligten liegen.
Typische Beispiele:
• Kriege
• Naturkatastrophen
• staatliche Eingriffe
• massive Lieferkettenstörungen
Ein Schwarzer Schwan kann dazu führen, dass Unternehmen plötzlich Force-Majeure-Erklärungen abgeben müssen.
Der Schwarze Schwan ist also das Ereignis.
Force Majeure ist die juristische Konsequenz.
Die eskalierenden Konflikte im Nahen Osten zeigen gerade sehr deutlich, wie solche Mechanismen wirken.
Die faktische Blockade zentraler Handelsrouten wie der Straße von Hormus löst eine massive Kettenreaktion auf den globalen Rohstoffmärkten aus. Über diese Meerenge werden rund 20 % des weltweiten Öl- und Flüssiggasbedarfs transportiert. Wenn dieser Knotenpunkt gestört wird, trifft das nicht nur den Energiesektor.
Energieunternehmen wie QatarEnergy oder Chevron mussten bereits Lieferungen aussetzen oder ihre Produktion drosseln. Gleichzeitig geraten Produzenten in den Emiraten und Kuwait unter Druck, weil Exportwege blockiert sind und sich Lagerkapazitäten schnell füllen.
Die Auswirkungen reichen inzwischen bis in den Metallmarkt: Aluminium Bahrain hat bereits Force Majeure für Verschiffungen erklärt, wodurch die Aluminiumpreise auf den höchsten Stand seit 2022 gestiegen sind.
Selbst der Edelmetallhandel bleibt nicht verschont.
Dubai, ein zentraler Umschlagplatz für etwa 20 % des weltweiten Goldhandels, ist durch eingeschränkten Flugverkehr teilweise vom physischen Markt abgeschnitten. Während die physische Verfügbarkeit sinkt, steigt gleichzeitig die Nachfrage nach sicheren Häfen.
Das Ergebnis: Volatilität, Lieferkettenstörungen und Force-Majeure-Erklärungen breiten sich über ganze Rohstoffmärkte aus.
Die Welt produziert immer wieder Ereignisse, die wir nicht prognostizieren können.
Deshalb sollte Vermögen nicht auf Prognosen aufgebaut sein,
sondern auf robusten Strukturen.
Oder stoisch formuliert:
Wir können die Zukunft nicht kontrollieren.
Aber wir können entscheiden, wie stabil wir darauf vorbereitet sind.
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Ronny Wagner
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Schwarzer Schwan vs. Force Majeure – und warum das gerade real passiert
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