Lasst uns Assets schaffen!
In letzter Zeit tauchte hier im KI-Café und in den Seminaren immer wieder ein Begriff auf: Assets.
Meistens als viertes Prinzip für gute Ergebnisse.
Ich glaube, für Wissensarbeiter lohnt es sich, das einmal kurz sauber zu übersetzen.
Ein Asset ist für uns keine Maschine und kein Gebäude.
Ein Asset ist etwas, das dir in Zukunft Arbeit abnimmt.
Oder anders gesagt:
Ein Asset ist jede strukturierte Ressource, die zukünftige Denkarbeit leichter, schneller oder wertvoller macht.
Deine wertvollste Arbeit ist deshalb oft nicht das Ergebnis.
Sondern das, was nach der Arbeit übrig bleibt und beim nächsten Mal wieder da ist.
Die Frage ist also: Was sind solche Assets für Wissensarbeiter?
Für mich sind es vor allem fünf Dinge.
1 · Denkmodelle
Also die Struktur, in der du denkst. Frameworks, Heuristiken, Analysemuster. Dinge, die du aus Erfahrung entwickelt hast und immer wieder anwenden kannst.
2 · Entscheidungsregeln
Einmal sauber durchdacht und dokumentiert, musst du viele Entscheidungen kein zweites Mal treffen. Das spart enorm viel mentale Energie.
3 · Wiederverwendbare Strukturen
Templates, Checklisten, Prompts, Workshop-Abläufe, Gliederungen. Alles, was dafür sorgt, dass du nicht jedes Mal bei null anfängst.
4 · Dokumentierte Erfahrung
Eine Idee im Kopf hilft dir genau einmal.
Eine aufgeschriebene, eingeordnete Erfahrung hilft dir sehr lange.
5 · Metakognitive Kompetenz
Die Fähigkeit zu merken, ob du gerade an einem Ergebnis arbeitest oder an einem Asset. Viele produzieren Ergebnisse, bauen aber kein System auf.
Mir hat dabei eine ganz einfache Einteilung von Arbeit geholfen. Ich habe sie mal in einer kleinen Matrix dargestellt (s. Bild).
Viele Wissensarbeiter verbringen erstaunlich viel Zeit im Feld „Hoher Aufwand / Verschwindet“.
Also individuelle Präsentationen, individuelle Konzepte, individuelle Problemlösungen. Das ist alles Arbeit. Aber es bleibt nichts.
Assets entstehen oft an einer ganz anderen Stelle, nämlich bei kleinen Dingen:
  • eine Checkliste nach einem Projekt,
  • ein Entscheidungsbaum,
  • eine Vorlage,
  • ein Standard-Ablauf,
  • eine sauber strukturierte Notiz.
Das wirkt unscheinbar, verändert aber über Jahre die eigene Arbeitsgeschwindigkeit enorm.
Zwei Gedanken zum Schluss:
Erstens: Assets veralten. Man muss sie pflegen. Ein altes Denkmodell kann irgendwann mehr schaden als helfen.
Zweitens: Assets müssen nicht skalierbar sein. Es reicht, wenn sie wiederverwendbar sind.
Und vielleicht hilft am Ende eine einfache Gewohnheit. Nach jeder größeren Aufgabe eine kurze Frage:
Was davon kann ich so festhalten, dass es mir später wieder hilft?
Arbeit ist das, was du tust.
Ein Asset ist das, was danach bleibt.
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2 comments
Stefan Wellmann
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