@Sandra Bartsch-Beuerlein die japanische App, also das ursprüngliche Produkt, soll einem helfen, besser aufzuräumen, und zwar mit kleinen Schritten. Die nenne ich Mikro-Schritte oder Micro-Steps. Ein Beispiel wäre: Räume fünf Dinge im Wohnzimmer auf oder räume den Küchentisch leer. Ich beschäftige mich im Moment mit dem Thema Kreativität und unter welchen Bedingungen psychischer und anderer Art Kreativität stattfinden kann. Mikro-Schritte können meiner Meinung nach Kreativität auch dann ermöglichen oder wiederherstellen, wenn man erschöpft ist, keine Lust hat oder sonst irgendwie nicht in der Lage ist, kreativ zu sein. Es ist ganz selten eine Frage der Disziplin und eine Frage der Motivation. Ich denke, es hat etwas damit zu tun, wie man sein Kreativsein organisiert. Und ich bin dabei, so etwas wie eine neurokompatible Arbeitsarchitektur für kreative Wissensarbeiter zu entwickeln. Diese Mikro-Schritte sind, so meine ich, ein wesentlicher Beitrag, um dieses zu ermöglichen. Als ich die Geschichte rund um die japanische Art, wie man aufräumt, den Mythos genommen habe oder das Narrativ oder das Marketing oder Storytelling, habe ich festgestellt, dass es gar nicht um japanische Sachen geht. Das ist reines Marketing, sodass es eigentlich nur um diese Mikro-Schritte geht. Und darum herum baue ich Methoden auf, wie man auch dann kreativ sein kann, wenn man vor dem weißen Blatt sitzt und nicht weiß, was man tun kann. Das ist das Ziel. Ob das dann mal eine App wird oder nicht, das weiß ich noch nicht. Ich glaube, es wird weniger eine App als vielmehr eine gezielt lernbare Methode.