Kredit statt Notgroschen – das neue Normal
Die Hälfte der Deutschen hat keine zweitausend Euro auf der Seite. Kein Puffer, keine Rücklage, nichts. Aber Hauptsache iPhone, Streaming, SUV und Urlaub auf Pump. Das ist nicht Armut. Das ist fehlende Resilienz. Es ist die freiwillige Entscheidung, fragil zu leben – abhängig von Banken, vom Staat, von der Gnade anderer. Taleb würde sagen: Das ist die pure Einladung zum Schwarzen Schwan. Ein kaputter Kühlschrank, eine unerwartete Rechnung, ein Jobverlust – und schon stürzt das Kartenhaus zusammen. Keine Robustheit, null Antifragilität. Statt Rücklagen: Kreditkarte. Statt Gold: Dispo. Statt Vorsorge: Vertrauen in Politiker, die selbst keinen Skin in the Game haben. Ein System gebaut auf Sand – und die Leute wundern sich, wenn der erste Sturm kommt. Und das Bittere: Wer spart, wer vorsorgt, wer sich unabhängig macht, wird noch verspottet – als altmodisch, misstrauisch, paranoid. Dabei ist der wahre Wahnsinn, keine Vorsorge zu haben. Die Frage bleibt: Wie lange kann eine Gesellschaft bestehen, in der die Mehrheit keinen Notgroschen, aber eine endlose Liste an Ratenzahlungen besitzt?