Künstliche Intelligenz kippt gerade unser digitales Vertrauen. Nicht, weil sie „böse“ ist – sondern weil sie alles sagbar macht. Bilder, Videos, Texte: perfekt, plausibel, synthetisch. Am Ende bleibt weniger die Lüge zurück als der Dauerzweifel. Wenn jedes Bild fälschbar und jede Mail generiert sein kann, verändern sich die Spielregeln: Früher stand im Vordergrund, was gesagt wird. Jetzt wird entscheidend, wer etwas sagt – und in welcher Beziehung ich zu dieser Person stehe. Für uns Menschen – und speziell für uns, die mit KI arbeiten – heißt das: - Wir müssen Inhalte wieder prüfen, statt sie nur zu teilen. Herkunft, Kontext, Interesse dahinter. - Wir müssen Verantwortung übernehmen für das, was wir mit KI formulieren – nicht so tun, als sei das „objektiv“. - Wir müssen echte Spuren von Menschlichkeit sichtbar lassen: Haltung, Zweifel, Fehler, Biografie. Und genau hier beginnt für mich die neue Währung: Beziehung. Ich glaube zukünftig eher: - dem Post einer Unternehmerin, die ich getroffen habe, - dem Kommentar eines Beraters, mit dem ich gestritten habe, - dem Artikel eines Forschers, mit dem ich gesprochen habe, als jedem noch so perfekten, viralen Stück Content aus anonymer Quelle. „Back to human“ ist deshalb kein Nostalgie-Slogan, sondern eine harte Notwendigkeit: - Reale Begegnungen. - Kleine, verlässliche Netzwerke. - Menschen, die etwas zu verlieren haben, wenn sie Unsinn erzählen. KI kann uns helfen, Gedanken zu sortieren, besser zu schreiben, schneller zu denken.Aber Glaubwürdigkeit entsteht dort, wo Menschen füreinander gerade stehen – im Gespräch, im Konflikt, im gemeinsamen Tun. Wenn Maschinen alles sagen können, ist die entscheidende Frage:Wem hörst du noch zu? Meine Antwort: Menschen, die ich kenne. Menschen, denen ich vertraue. Online wie offline.