VO₂max vs. Laktatschwelle – was ist wirklich entscheidend?
Die VO₂max genießt aktuell viel Aufmerksamkeit. Nicht zuletzt, weil die meisten Uhren sie mittlerweile berechnen und anzeigen. Dadurch entsteht schnell der Fokus: „Ich muss meine VO₂max verbessern.“ Das ist auch nicht falsch. Aber: Die VO₂max ist nicht der einzige entscheidende Faktor, wenn es um Laufleistung geht. Gerade im Kontext von Einsatzkräften und den typischen Testungen (Cooper, 3 km, 5 km, Märsche etc.) spielt die Laktatschwelle eine mindestens genauso wichtige Rolle – bekommt aber oft deutlich zu wenig Beachtung. Kurz erklärt: VO₂max = Maximale Sauerstoffaufnahmefähigkeit → Wie „groß dein Motor“ ist Laktatschwelle = Intensität, bei der dein Körper beginnt, Laktat schneller anzusammeln als er es abbauen kann → Wie lange du eine hohe Leistung wirklich halten kannst Praxisbezug: Du kannst eine hohe VO₂max haben, wenn du aber deine Schwelle nicht trainierst, bricht deine Leistung auf mittleren und längeren Distanzen früh ein. Und genau da bewegen wir uns bei den meisten Auswahlverfahren. Typischer Fehler im Training: Viele „überpacen“ ihre Schwellenläufe. Gefühlt geht noch mehr → also wird schneller gelaufen. Problem: Dann bist du über der Schwelle und trainierst nicht mehr das, was du eigentlich willst. ➡️ Ergebnis: Du verpasst die Chance, genau in diesem Bereich besser zu werden. Warum ist das relevant für euch? Als Einsatzkraft brauchst du nicht nur einen großen Motor, sondern vor allem die Fähigkeit, unter hoher, aber kontrollierter Belastung lange leistungsfähig zu bleiben. Und genau das trainierst du über die Schwelle. Frage in die Runde: Wer von euch nutzt aktuell schon gezielt Schwellenläufe im Training?