Qwen3.6 35B A3B - Faszinierend ist untertrieben, vor allem was Coding angeht
🧪 Qwen3.6-35B-A3B-4bit auf meinem M2 Max (96 GB), drei Runs auf meinem 105-Punkte-Benchmark. Das neue Modell spielt in der Top-Liga, aber mit einer klaren Schwachstelle. ───────────────────────────── 📊 DIE ZAHLEN ───────────────────────────── Drei unabhängige Runs, 6 Aufgaben, Temperatur 0,1. 🟣 Run 1: 98/105 (93,3%) 🟢 Run 2: 99/105 (94,3%) 🔵 Run 3: 101/105 (96,2%) Mittelwert: 99,3/105, also 94,6 %. Damit liegt das Modell gleichauf mit gpt-oss-120b und gemma4:31b Dense, bei nur 3B aktiven Parametern und rund 20 GB RAM. Konstant 83 bis 87 tok/s. ───────────────────────────── ⚡ DIE CODE-QUALITÄT IST BEMERKENSWERT ───────────────────────────── Drei Python-Aufgaben: Sortierfunktion, CSV-Bugfix, HTTP-Client mit Retry-Logik. Über alle drei Runs: 🟣 A1 Sortieren: 15, 15, 15 🟢 A2 CSV-Debugging: 15, 14, 15 🔵 A3 HTTP-Client: 15, 15, 15 Das Interessante ist nicht die Punktzahl, sondern die Stilvarianz. Gleicher Prompt, drei völlig unterschiedliche produktionsreife Lösungen. Beim HTTP-Client: Run 1 zentralisiert mit einem _execute_request-Helper. Run 2 liefert Context Manager plus Retry-After-Header-Parsing. Run 3 trennt sauber in _should_retry und _wait_before_retry. Alle drei brauchbar. Das ist Stilvarianz auf hohem Niveau, nicht Qualitätsvarianz. ───────────────────────────── ⚠️ DIE SCHWACHSTELLE ───────────────────────────── Juristische Texte. In jedem der drei Runs hat das Modell bei revDSG-Argumentation Artikelnummern halluziniert. Run 1: FDPB statt EDÖB, Art. 31 falsch zugeordnet Run 2: "Unterlageverarbeitungsverträge" statt Auftragsverarbeitungsverträge Run 3: Art. 5 und Art. 6 revDSG falsch zitiert Die Konzepte sitzen, FISA 702, EO 12333, Angemessenheit. Aber die Paragraphen-Zuordnung wackelt. Für juristisch sensible Outputs ohne RAG-Layer nicht einsetzbar. ───────────────────────────── 🎯 FAZIT FÜR DEN KMU-EINSATZ ───────────────────────────── Grün: Python-Automatisierung, Kundenkommunikation, Erklärtexte für nicht-technische Stakeholder. Gelb: Business-Texte brauchen Gegenlesen, Sprache schwankt (Genus-Fehler, gelegentlich schiefe Formulierungen).