🧪 Ich habe drei lokale LLMs in LM Studio auf meinem Apple M2 Max (96 GB) gegeneinander getestet. Das überraschendste Ergebnis war nicht die Antwortqualität – sondern die Zeit, die die Modelle zum Denken brauchen. ───────────────────────────── 🔬 DIE DREI MODELLE ───────────────────────────── ① Qwen3.5-27B · Claude 4.6 Opus Distilled (14 GB) ② Qwen3.5-35B-A3B · Claude 4.6 Opus Distilled, MoE (19,5 GB) ③ Qwen3.5-27B Original – kein Finetuning (14 GB) 6 Aufgaben: Python-Code, Debugging, API-Client-Architektur, deutsche Geschäftstexte, Rechtsfragen (revDSG). ───────────────────────────── ⏱ DER THINKING-SCHOCK ───────────────────────────── Diese Modelle denken laut – sie haben einen sichtbaren „Thinking"-Block bevor die Antwort erscheint. Und genau da lag der wahre Unterschied. Beispiel: Eine einfache Sortierfunktion in Python. 🟣 27B Distilled: 4 Sekunden 🟢 35B MoE: 4 Sekunden ⬜ 27B Original: 173 Sekunden Dasselbe Ergebnis. Dreimal. Der gleiche Prompt. Das Original grübelt fast 3 Minuten über eine Aufgabe, für die das Distilled-Modell 4 Sekunden braucht. Über alle 6 Aufgaben: 🟣 27B Distilled: 87 Sekunden gesamt 🟢 35B MoE: 55 Sekunden gesamt ⬜ 27B Original: ~775 Sekunden gesamt ───────────────────────────── 💡 WARUM IST DAS SO? ───────────────────────────── Beim Knowledge Distillation lernt das kleinere Modell nicht aus Rohdaten – es lernt aus den vollständigen Reasoning-Trajektorien eines Frontier-Modells (hier: Claude 4.6 Opus). Das bedeutet konkret: → Das Original-Modell exploriert beim Denken: es probiert Wege aus, verwirft sie, dreht im Kreis – sichtbar im Thinking-Block als endlose Bullet-Listen → Das Distilled-Modell hat Claudes Denkmuster internalisiert: strukturieren → Teilprobleme identifizieren → direkt lösen. Kein Herumirren. → Das Ergebnis: nicht nur bessere Antworten, sondern ein fundamental effizienterer Denkprozess Das ist der eigentliche Wert der Destillation. Nicht mehr Wissen – sondern besseres Denken. ─────────────────────────────