Marco, ich will dir einen Gedanken anbieten, nicht als Gegenargument, sondern als Perspektivwechsel. Es geht aus meiner Sicht gar nicht darum, wer „getriggert hat“, wer schuld war oder ob deine Entscheidung richtig oder falsch ist. Das führt oft genau in das hinein, was du eigentlich hinter dir lassen willst: Kampf, Rechtfertigung und Ohnmacht. Was sich dann in der nächsten Partnerschaft auf andere Art und Weise wiederholt, wenn wir nicht lernen, was uns diese Beziehung zeigen wollte. Aus meiner Arbeit mit Paaren habe ich eins gelernt: Es gibt immer 2 Geschichten zu einer Situation. Und oft können die sehr weit voneinander entfernt sein. Ich sag das jetzt bewusst klar: Vieles von dem, was du beschreibst, ist noch Bewertung von ihr. Verständlich in der aktuellen Situation. Gleichzeitig bindet dich genau das weiter an das Alte. Solange du dich erklärst und rechtfertigst, wer sie war oder was sie getan hat, gibst du ihr und dieser alten Geschichte weiter Macht über dich. Das ist kein Trigger-Thema, das ist ein Verantwortungs-Thema. Und ja, so hart das klingt: Damit tust du deinen Kindern keinen Gefallen. Nicht, weil du gegangen bist, sondern weil sie spüren werden, ob ihr Vater innerlich frei ist oder innerlich noch im Kampf steckt. Kinder brauchen keinen Vater der sich bewusst oder unbewusst rechtfertigen will, warum die eigene Mama an der Situation schuld ist. Sondern sie brauchen einen klaren und verantwortungsvollen Vater. Daher geht es gerade weniger darum, die Beziehung zu erklären oder zu bewerten und mehr darum, deine Energie wieder zu dir zurückzuhole. Deine Entscheidung mit der Trennung wirkt für mich danach, genau das zu tun. Ruhe ins System zu bringen und dich in eine neutrale Energie zu bringen. Und von da aus kann dann auch erst eine neue Klarheit entstehen. Genau deshalb haben wir euch die Übungen gegeben. Nicht als Theorie, sondern als Werkzeug. Wenn du sie wirklich machst, wirst du erkennen, welche inneren Programme, Muster und alten Dynamiken dich genau in diese Beziehung gebracht und so lange darin gehalten haben.