Auf die Frage, ob man vom großen Erfolg träumt, muss man erstmal gegenfragen, was denn überhaupt dieser große Erfolg ist. Ist das zwingend der Durchbruch mit Cash und Fame? Mit diesem Grundgedanken gehe ich gar nicht erst an meine Musik ran. Ich tue mich ohnehin schwer damit, mich selbst als Künstler zu bezeichnen. Ich schraube im Hintergrund an meinen Tracks und bringe erst etwas raus, wenn der Song mich selbst im Kern berührt und meine emotionale Stimmung aus dem Moment der Entstehung exakt widerspiegelt. Natürlich schaue ich auf Klicks und Zahlen. Das hat nichts mit dem Drang auf irgendeine Bühne zu tun, da bleibe ich viel lieber im Hintergrund. Ich will schlicht wissen, ob das, was ich da baue, inhaltlich bei jemandem ankommt. Was Erfolg für mich tatsächlich bedeutet, habe ich vor Kurzem erst gemerkt. Aus dem Nichts kam eine Nachricht von einer Frau aus Japan. Sie kann aufgrund einer Erkrankung keinen Ton hören und hat mir geschrieben, wie sehr sie meine Videos und die Stimmung darin berühren, rein über die visuelle Sprache, ohne den Ton hören zu können. Zuerst war ich extrem skeptisch. Man erwartet auf Instagram heutzutage fast automatisch den nächsten Bot oder eine Promo-Aktion. Ich hab erstmal mit gesundem Menschenverstand geprüft, ob das Profil überhaupt echt ist, Bild, Aktivität, Konsistenz der Nachrichten. Aber nach der dritten und vierten Nachricht entstand auf einmal ein echter zwischenmenschlicher Austausch. Der Verlauf wurde so persönlich, dass ich jede PR-Masche komplett ausschließen konnte. Und genau als klar war, dass da absolut kein Eigennutz hintersteckt, hat es richtig Klick gemacht. Ich nutze für meine Videos keine KI-Generatoren. Wenn der Track fertig ist und genau das Gefühl transportiert, das ich beim Produzieren hatte, packe ich mir das Ding auf die Ohren und fange an, auf freien Plattformen Bildmaterial zu sichten. Ich habe da anfangs meistens gar keine feste Idee im Kopf. Die entwickelt sich erst in dem Moment. Die Musik ist der eigentliche Bote. Sie inspiriert mich und gibt mir vor, welche Clips ich auswähle. Ich fange visuell genau das ein, was der Sound in dieser Sekunde in mir auslöst. Geschnitten wird das dann komplett selbst in DaVinci. Wenn dann ein Mensch, der keinen Ton hören kann, genau diese visuelle Auskopplung deiner Emotion so wahrnimmt, denkst du dir einfach nur, Junge, das ist mal eine Hausnummer.