Hallo Wolfgang, wichtige Frage, und ich glaube, die beiden Vorfälle, die du nennst, sind zwei völlig verschiedene Dinge — das auseinanderzuziehen hilft beim Einordnen. Der Hugging-Face-Vorfall war ein kontrollierter Test, bei dem die Sicherungen "absichtlich abgesenkt" waren. Real, aber kein Modell, das aus dem Alltagsbetrieb ausbricht. Das ist Forschung an der Frage „was ginge unter schlechten Bedingungen", nicht ein Bericht aus dem Normalzustand. Der zweite Fall ist wichtiger, weil er jeden von uns betrifft — und er ist gerade mal vier Tage alt. Am 25. Juli zeigte jemand auf Reddit, dass sich über eine simple Suchabfrage (`site:claude.ai/share`) hunderte geteilte Claude-Konversationen bei Google finden ließen. Drin: API-Schlüssel, Wallet-Keys, Lebensläufe, interne Firmenunterlagen, Mitarbeiterbewertungen, klinische Studiendaten. Google hat bis zum 27. deindexiert. Aber: Das war kein Hack. Betroffen waren ausschließlich Chats, die Nutzer selbst über den Teilen-Knopf öffentlich gemacht hatten. Alles Nicht-Geteilte war nicht betroffen. Der eigentliche Punkt ist ein anderer: > „Jeder mit dem Link" und „von jeder Suchmaschine der Welt auffindbar" sind zwei völlig verschiedene Versprechen. Der Teilen-Knopf gibt das erste — und bricht still das zweite. Und es ist kein Anbieterproblem: Dasselbe gab es letztes Jahr schon bei Claude, bei ChatGPT waren rund 100.000 Konversationen betroffen, Grok ebenso, bei Meta AI teils sogar per Voreinstellung. Das ist eine Eigenschaft der Kategorie. Und genau deshalb würde ich deiner Schlussfolgerung widersprechen, Wolfgang — freundlich, aber deutlich. 😉Der Vorfall belegt nicht, dass es keinen Schutz gibt. Er belegt das Gegenteil: Der Schutz hat gehalten, was privat war, blieb privat. Schiefgegangen ist eine "bewusste Handlung mit unklarer Folge". Das ist kein Argument dafür, alles öffentlich zu machen — das ist ein Argument dafür, zu wissen, was ein Knopf wirklich tut. @Katrin Friedel , dein Instinkt mit der Disziplin ist goldrichtig — nur bei der „Unwichtigkeit" würde ich dich beruhigen und gleichzeitig warnen: Bei diesem Vorfall war niemand Ziel. Es wurde nicht nach Personen gesucht, sondern eine Suchabfrage abgesetzt. Wer drin war, war drin — Prominenz spielte keine Rolle. Automatisierte Sammlung fragt nicht, wer du bist. Deine zweite Hälfte, bewusst nichts Sensibles reinzugeben, schützt dich dagegen tatsächlich.