Experten schlagen Alarm: Ein simples Foto genügt, um Smartphones komplett zu übernehmen.
Diesen Beitrag habe ich rauskopiert von : giga.de 07.05.2026, 15:21 Uhr Verfasser : Martin Maciej, optimiert Inhalte und schreibt über Netz-Trends, Apps & Streaming Die Gesichtserkennung bei Smartphones ist bequem. Ein kurzer Blick, und schon ist das Gerät entsperrt. Doch eine Untersuchung der renommierten Verbraucherorganisation „Which?“ enthüllt jetzt eine alarmierende Schwachstelle: Bei einem Großteil der Android-Smartphones genügt ein einfaches, ausgedrucktes Foto, um die Sperre komplett auszuhebeln. Angreifer können sich damit problemlos vollen Zugriff auf eure persönlichsten Daten verschaffen.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Diese Smartphones sind von der Sicherheitslücke betroffen
- 2.2D vs. 3D: Der technische Unterschied entscheidet über die Sicherheit
- 3.Kritik an Herstellern: Mangelnde und versteckte Warnhinweise
- 4.So schützt ihr euer Smartphone jetzt wirksam
Diese Smartphones sind von der Sicherheitslücke betroffen
Die Experten von „Which?“ haben seit 2022 insgesamt 208 Smartphone-Modelle getestet und eine erschreckende Bilanz gezogen. Bei 133 Geräten – also fast 65 Prozent – konnte die Gesichtserkennung mit einem simplen Foto überlistet werden. Besonders betroffen sind Modelle, die eine rein zweidimensionale (2D) Gesichtserkennung nutzen. Laut der Untersuchung gehören unter anderem folgende Modelle zu den anfälligen Geräten: - Fairphone 6
- Honor Magic6 Lite 5G
- Motorola (diverse Modelle wie Moto G75 5G, Edge 60 Pro, Razr 50 Ultra)
- Nokia (diverse Modelle)
- Nothing Phone (alle bisherigen Modelle)
- OnePlus (diverse Modelle wie OnePlus 13, Nord 5, Nord 3 5G)
Eine vollständige Liste aller getesteten Geräte wurde von „Which?“ nicht veröffentlicht, aber die genannten Marken waren besonders häufig vertreten.
2D vs. 3D: Der technische Unterschied entscheidet über die Sicherheit
Doch warum versagen so viele Geräte? Das Problem liegt in der verwendeten Technologie. Die betroffenen Smartphones setzen auf eine 2D-Gesichtserkennung. Dabei analysiert die Frontkamera lediglich ein flaches Bild eures Gesichts und vergleicht charakteristische Punkte. Für diese simple Technik ist es unmöglich, zwischen einem echten, dreidimensionalen Gesicht und einer zweidimensionalen Fotografie zu unterscheiden.
Deutlich sicherer sind Geräte mit 3D-Gesichtserkennung. Hierbei wird euer Gesicht mit speziellen Sensoren wie Infrarotprojektoren vermessen. Diese Methode lässt sich nicht durch ein flaches Foto täuschen. Zu den sicheren Geräten gehören daher:
Kritik an Herstellern: Mangelnde und versteckte Warnhinweise
Die Experten von „Which?“ kritisieren die Hersteller der betroffenen Geräte scharf. In vielen Fällen würden Nutzer während der Einrichtung der Gesichtserkennung nicht klar und deutlich genug auf die Risiken hingewiesen. Lisa Barber, Technik-Redakteurin bei „Which?“, erklärt: „Die Information, dass die Funktion weniger sicher ist, ist oft in den allgemeinen Geschäftsbedingungen versteckt, anstatt prominent als Warnung angezeigt zu werden.“ Einige Hersteller, wie Motorola, verteidigen sich damit, dass die Gesichtserkennung nur als „bequeme“ Methode gedacht sei und zur Absicherung immer eine PIN oder Passwort nötig sei.
So schützt ihr euer Smartphone jetzt wirksam
Wenn euer Gerät zu den anfälligen Modellen gehört, können Kriminelle nach dem Entsperren nicht nur auf private Fotos oder Nachrichten zugreifen. Viel gravierender ist die Möglichkeit, E-Mails mitzulesen, Passwörter für Online-Banking zurückzusetzen und auf Bezahldienste wie Google Wallet zuzugreifen.
Verbraucherschützer raten euch daher, die folgenden Schritte zu unternehmen:
- Deaktiviert die Gesichtserkennung: Entfernt die Gesichtserkennung als Entsperrmethode in den Sicherheitseinstellungen eures Smartphones.
- Nutzt den Fingerabdrucksensor: Der Fingerabdruck ist eine biometrische Methode, die als sehr sicher gilt und sich nicht so leicht austricksen lässt. Richtet ihn als primäre Entsperrmethode ein.
- Verwendet einen starken PIN oder ein Passwort: Falls ihr keinen Fingerabdrucksensor habt oder ihn nicht nutzen wollt, ist ein starker, mindestens sechsstelliger PIN-Code die beste Alternative. Vermeidet einfache Muster, die sich durch „Schulter-Surfen“ leicht erspähen lassen.
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