Integration ohne Assimilation: Zwischen Polka-Beats und schwäbischen Maultaschen
Wer nach Paraguay auswandert, sucht oft Freiheit, Natur und ein entspannteres Leben.
Doch wenn man erst einmal angekommen ist, stellt man schnell fest: Der interkulturelle Austausch ist ein Abenteuer für sich.
Integration ist hier das Zauberwort – das heißt nicht unbedingt Assimilation.
Denn während wir die Kultur unserer neuen Heimat schätzen lernen, möchten wir unsere deutschen Werte, unsere Pünktlichkeit und ja, auch unsere Ruhe, nicht gänzlich aufgeben.
Wenn Welten aufeinanderprallen: Dezibel, Fleischberge und das liebe Vieh
Nehmen wir zum Beispiel den klassischen Sonntag. Während Du Dich vielleicht auf einen stillen Morgen mit einer Tasse Kaffee und einem guten Buch auf der Terrasse freust, hat der paraguayische Nachbar oft andere Pläne.
Da werden gerne Boxentürme aufgefahren, bei denen man sich fragt, ob sie für ein Open-Air-Festival gedacht sind, und die immergleichen Cumbia- oder Polka-Rhythmen beschallen die gesamte Nachbarschaft.
Auch kulinarisch prallen Welten aufeinander:
Die Einladung zum Asado ist eine riesige Ehre – und eine Herausforderung für den Magen.
Wo wir vielleicht auf eine ausgewogene, gesundheitsbewusste und naturnahe Ernährung achten, türmen sich hier Fleischberge auf dem Grill, die für eine ganze Kompanie reichen würden.
Dazu gesellt sich die lokale Tierwelt:
Krähende Hähne, deren innere Uhr offenbar schon um 3 Uhr nachts auf Sonnenaufgang steht, und Hunde, die nachts in bellenden Nachbarschafts-Gangs das Revier diskutieren.
Und wenn man dann bei einem kühlen Tereré zusammensitzt, ist die Gastfreundschaft zwar überwältigend und extrem herzlich, aber tiefgründige Gesprächsthemen fehlen manchmal – sei es wegen der Sprachbarriere oder weil die kulturellen Referenzpunkte einfach andere sind.
Ein Lächeln verbindet dann glücklicherweise mehr als tausend Worte. Paraguay empfängt deutsche Einwanderer mit einer Willkommenskultur, die ihresgleichen sucht.
Sprache als Brücke: So klappt die Verständigung
Um diese Brücke wirklich zu bauen, führt kein Weg am Spanisch- (und vielleicht sogar Guaraní-)Lernen vorbei.
Hier ein paar praktische Tipps für Deinen Einstieg:
Der Einkaufs-Trick: Bereite Dich auf den Gang in die Despensa (den kleinen Tante-Emma-Laden) vor. Lerne nicht nur die Vokabeln für Deine Einkaufsliste, sondern auch die Standard-Phrasen für Begrüßung und Verabschiedung. Das bricht sofort das Eis.
Online-Training: Auf Plattformen wie Preply findest Du muttersprachliche Paraguayer, mit denen Du ganz bequem von zu Hause aus Konversation üben kannst – inklusive des lokalen Slangs.
Der Experte: Ein absoluter Geheimtipp für Deinen Einstieg in die Sprache und die Kultur ist Klaus Bylitza. Er hilft nicht nur beim Spanisch, sondern öffnet auch die Tür zum Guaraní, was Dir den sofortigen Respekt der Einheimischen einbringt.
Die Besonderheit hier ist der systematische Einstieg und ein schneller Lernerfolg.
Die Oase der Heimat: Das Barrio 1990
Bei all der Liebe zur paraguayischen Lebensfreude gibt es diese Tage, an denen Du einfach mal durchatmen, deutsche Gründlichkeit genießen und unter Deinesgleichen sein möchtest. Ein Stück Heimat fernab der Sorgen, die man in Europa zurückgelassen hat.
Genau für diese Balance entsteht im Rettungsgarten das Barrio 1990.
Es ist ein Projekt von sehr vertrauenswürdigen Menschen aus dem Netzwerk, das eine Siedlung für Deutschsprachige schafft, in der Rücksichtnahme und Zusammenhalt großgeschrieben werden.
Hier musst Du auf nichts verzichten: Es gibt ein eigenes Event-Zentrum, wo am Wochenende die Bundesliga auf der Großbildleinwand läuft.
Wer nach dem Asado-Overkill Sehnsucht nach europäischer Gastronomie hat, kommt hier voll auf seine Kosten.
Der Plan:
Regelmäßige, regionale Themenabende – vom deftigen Bayern-Abend über den Schwaben-Abend bis hin zu Spezialitäten aus dem Ruhrpott – sollen für das kulinarische Wohlfühlgefühl sorgen.
Im Barrio 1990 beweist der Rettungsgarten, dass echte Integration bedeutet, Wurzeln in der neuen Heimat zu schlagen, ohne die eigenen abzuschneiden.
Es ist der perfekte Rückzugsort, um Energie zu tanken – damit Du am nächsten Tag dem paraguayischen Nachbarn wieder mit einem ehrlichen, entspannten Lächeln beim Tereré begegnen kannst.
👉 Mehr über Rettungsgarten und das Barrio 1990 erfahren: https://barrio1990.de/
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Irma Hänlein
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Integration ohne Assimilation: Zwischen Polka-Beats und schwäbischen Maultaschen
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