Vor 19 Jahren habe ich das selbst sehr deutlich erlebt. Ich war ein junger Sales Manager und sollte bei einem wichtigen Kunden trotz Gewitterwolken eine deutliche Preiserhöhung durchsetzen. Wir brauchten den Auftrag wie einen Bissen Brot. Es war einfach keine besonders angenehme Ausgangslage. Die Verhandlungsvorbereitung hinsichtlich Zahlen, Daten und Fakten war umfassend. Trotzdem verriet mein Körper maximale Anspannung. Meine Argumente für eine deutliche Preiserhöhung standen auf wackeligen Beinen. Und dann kam es, wie es kommen musste. Der Kunde bewegte sich keinen Millimeter. Stundenlang. Nichts lief außer der Kaffee. Und irgendwann machte ich das, was in solchen Situationen verdammt verlockend ist. Treffen in der Mitte, halbe-halbe, oder einen faulen Kompromiss eingehen. Ich fuhr nach Hause. Und in der Nacht schlief ich unruhig. Am nächsten Tag gestand ich es mir persönlich ein. Vermeintlich hatte ich einem Kompromiss zugestimmt. Ich hatte mir einen Ausweg aus einer unangenehmen Situation gekauft. Und das hat sich nach Nachgeben angefühlt. Das ist jetzt 19 Jahre her. Heute weiß ich auch, was damals mein Problem war. Ich war hervorragend auf Zahlen, Daten und Fakten vorbereitet. Aber nicht auf den Moment, in dem meine Argumente nicht mehr funktionieren. Nicht auf ein Nein. Nicht darauf, wenn in einer Sackgasse nichts mehr geht. Nicht darauf, was ich tue, wenn sich die andere Seite einfach nicht bewegt. Heute bereite ich Verhandlungen deshalb anders vor. Natürlich brauche ich Zahlen, Daten und Fakten. Aber das ist nur das Ticket für die Verhandlung. Ich brauche eine Strategie, viel mehr Forderungen einen Plan für den Moment, in dem nichts mehr geht. Ohne diesen Plan gehe ich heute in keine wichtige Verhandlung. Ich freue mich, wenn ihr mich unterstützt. >> https://www.linkedin.com/posts/herbert-thaler-verhandlungsmanagement_einen-auftrag-unbedingt-zu-brauchen-ist-activity-7505128202420486144-T0qv?utm_source=share&utm_medium=member_desktop&rcm=ACoAAB7kixoBTe99A5XaMyfz7kgcl8Dk5IcHjCY