Der Termin steht seit drei Wochen im Kalender. Diesmal wollen Sie sich wirklich gut vorbereiten. Dann kommt das Tagesgeschäft dazwischen. Ein Angebot muss noch raus. Ein Kunde ruft an. Intern gibt es noch etwas zu klären. Und plötzlich ist morgen die Verhandlung. Also setzen Sie sich hin. Sie gehen das Angebot nochmal durch. Lesen die letzten E-Mails. Überlegen, wo Sie beim Preis noch Luft haben. Und machen sich ein paar Notizen. Am nächsten Morgen gehen Sie mit einem ganz guten Gefühl in die Verhandlung. Bis Ihr Gegenüber sagt: „Beim Preis müssen Sie uns aber noch deutlich entgegenkommen.“ Sie argumentieren. Er bleibt hart. Sie halten dagegen. Irgendwann geben Sie 4 % Rabatt. Dann kommt die nächste Forderung. Zahlungsziel. Gewährleistung. Liefertermin. Bei zwei Punkten bleiben Sie hart. Bei einem anderen bewegen Sie sich. Nach zwei Stunden ist die Verhandlung vorbei. Auftrag gewonnen. Eigentlich gut. Und trotzdem gehen Sie mit einem komischen Gefühl raus und denken: Da wäre mehr drin gewesen. Vielleicht beim Preis. Vielleicht bei den Zahlungsbedingungen. Vielleicht hätten Sie bei einer Forderung überhaupt nicht nachgeben müssen. Und bei einer anderen Verhandlung fällt Ihnen erst später ein, verdammt, genau dort hätte ich noch etwas fordern können. Also nehmen Sie sich vor: „Beim nächsten Mal bereite ich mich besser vor.“ Das Problem, Sie haben sich vorbereitet. Nur möglicherweise auf die falschen Dinge. Denn gute Verhandlungsvorbereitung bedeutet für mich nicht nur, Zahlen, Argumente und Schmerzgrenzen zu kennen. Sondern vor allem: Was will ich wirklich erreichen? Mit welcher Strategie gehe ich in diese Verhandlung? Welche Forderungen stelle ich? Wo kann ich mich bewegen, und was fordere ich dafür zurück? Was mache ich, wenn die Verhandlung plötzlich anders läuft als geplant? Eine gute Verhandlung beginnt nicht am Verhandlungstisch. Sie beginnt vorher. Deshalb mache ich diese Woche etwas, das ich so bisher noch nicht angeboten habe: