Es gibt ein paar Wissenschaftler, die behaupten, die Polyvagaltheorie sei an den Haaren herbeigezogen. Zumindest wird sie gerade so intensiv kritisiert wie selten zuvor. Manche sagen, sie stütze sich auf falsche Annahmen und sei eher gutes Geschichtenerzählen als eine klinisch belastbare Beschreibung. Und ja: Manches daran mag nicht ganz korrekt sein. Manches ist vielleicht auch nicht neu. Doch während die akademische Welt darüber streitet, wer auf dem Papier recht hat, bleibt für viele ein ganz anderes Problem bestehen: Der Körper steckt weiterhin im Alarmzustand fest. Ich finde es gut, dass die Polyvagaltheorie immer wieder auf den Prüfstand gestellt wird. Es ist normal, dass etwas Neues erstmal angegriffen wird. So entsteht Wachstum. Hegel nannte es: These - Antithese = Synthese. Sie ist, wie fast alles, zunächst einmal eine Theorie. Ein Modell, das uns helfen soll, unser Empfinden, unseren Stress und unsere Reaktionen besser einzuordnen. Was sich jedoch nicht wegdiskutieren lässt: Die Polyvagaltheorie hilft unzähligen Menschen dabei, komplizierte Zustände des Nervensystems so zu beschreiben, dass sie auch für Laien endlich verständlich werden. Und allein das kann bereits alles zum Guten verändern. Denn wenn das Unbekannte einen Namen bekommt, wird es weniger bedrohlich. Wenn du verstehst, warum du gerade angespannt, erschöpft, überreizt, im Rückzug oder ständig „auf Empfang“ bist, kann daraus ein neues Gefühl von Sicherheit entstehen. Nicht, weil eine Theorie dich rettet. Sondern weil du dich selbst ein Stück besser verstehst. Genau deshalb haben wir das PLUS-Programm aufgebaut. Nicht, damit du dich in noch mehr Konzepten verlierst. Sondern damit du wieder Dinge für dich möglich machen kannst, die du wirklich willst: mehr Energie, mehr Ruhe, bessere Beziehungen, klarere Entscheidungen und ein Leben, das sich wieder nach deinem anfühlt. Und ja: Wir begrüßen Fragen und Kritik. Egal, ob es um die Polyvagaltheorie geht oder um uns. Wir wollen nicht, dass du uns einfach glaubst. Wir wollen, dass du mitdenkst, nachfragst und deinen eigenen Blick schärfst. Denn nur so können wir gemeinsam wachsen.