Was tust Du heute für Dich?
Gerade lese ich mal wieder ein Buch über positive Gewohnheiten. Eine Dauererkenntnis ist Folgendes: Unsere Haltung, unsere Standard-Meinungen, ja sogar unsere Identität sind das Ergebnis von Prägungen, Erfahrungen und manchmal gezielter Persönlichkeitsentwicklung. Wenn ich also das Ergebnis von dem bin, was meine Umwelt aus mir gemacht hat, dann kann es vorkommen, dass es Teile in mir gibt, die mir gar nicht so recht gefallen... Was kann ich tun? Zum Glück ist in mir auch angelegt, wer ich sein will. Und er Weg zu einer neuen (Teil-)Identität führt über etwas (scheinbar) ganz einfaches. Finde neue Gewohnheiten und es ändert das, wohin zu gehst und sogar, wer Du dann bist. Manchmal gibt es interessante sprachliche Hinweise darauf, wie solche Dinge zusammenhängen. Das Fremdwort Habitus beschreibt unsere äußere und gleichzeitig auch unsere innere Haltung. Und unsere innere Haltung ist ein Teil unserer Identität. Das englische Wort Habits beschreibt unsere kleinen und großen Gewohnheiten. Wenn ich also meine Identität oder meine Haltung gezielt verändern will, dann helfen gezielte neue Gewohnheiten. Ich bin z. B. katholisch aufgewachsen und so wurde "egoistisches" Verhalten als negativ bewertet. Wenn man dann zu einem "selbstlosen" Menschen wird, findet diese Gesellschaft das dann als erstrebenswert. Vor allem die Frauen aus meiner Umgebung hatten diesem Ziel zu folgen. Mit meiner heutigen systemischen Sicht würde ich es eher wertschätzen, wenn jeder an sich denkt. Natürlich nicht nur, sondern auch an die Bedürfnisse anderer. Wir Menschen sind soziale Wesen und wir leben dann am besten, wenn jeder an sich UND an andere denkt. Sollte ich also zu sehr altrustisch geprägt sein, stelle ich mir regelmäßig die Frage, was kann ich heute für mich tun? Welche Bedürfnisse habe ich gerade? Wie kann ich sie erfüllen? Wer kann mir dabei helfen? Sollte ich zu sehr egoistisch geprägt sein, sehen die Fragen eher so aus: Was braucht der Andere gerade, wie kann ich ihm/ihr dabei helfen, usw?