Jetzt komme ich endlich dazu, diesen Beitrag zu schreiben, weil ich so viele Erkenntnisse hatte, die ich einfach teilen wollte. Bei diesem so simplen Spiel, das ich eigentlich schon so viele Male gespielt habe. Und dennoch ist es jedes Mal wieder neu, überraschend, faszinierend. Am Anfang habe ich mich wie getrennt von meinem Selbstwert erlebt. Mein Verstand hat daraus gemacht, dass es noch ein Gefühl hinter dem Selbstwert gibt. Als wäre der Selbstwert gar nicht mehr relevant, weil das, was dahinterliegt, eine Art Gewissheit ist. Und das hat sich richtig angefühlt, für meinen Verstand. Es war unprätentiös. Je weiter ich im Spiel gegangen bin, je mehr ich auch das unangenehme Gefühl zugelassen habe, das sich als Vernunft getarnt hat, desto mehr habe ich erkannt: Ich habe schon lange keinen Bezug mehr zu meinem Selbstwert. Unter anderem, weil es gefühlt schon so lange keinen Raum mehr in meinem Leben gibt, in dem ich einfach bin. Mein Selbstwert hat mit mir gesprochen und gefragt: Wo willst du denn hin? Was willst du denn? Und da habe ich gespürt, ich kann diese Frage nicht beantworten. Weil mein Leben in den letzten Monaten und Jahren nur noch aus Funktionieren besteht. Aus Mamataxi. Aus Erwartungen von außen erfüllen (Schule 🤢). Aus Selbstoptimierung, dem Versuch, meine Hormone in den Griff zu bekommen, abzunehmen, mein Essen zu kontrollieren, genug zum Sport zu gehen, möglichst fünfmal die Woche. Content zu produzieren. Ohne klar zu fühlen, wo ich hinwill. Das war schmerzhaft, aber noch nicht so richtig. Je weiter ich gegangen bin, umso mehr habe ich gemerkt: Der Schmerz liegt eigentlich darin, dass ich mir nicht mal mehr erlaube zu fühlen, wo ich hinwill. Und da wurde mir etwas klar. Der Schmerz ist nicht „ich bin nichts wert”. Mein Wert ist da. Der Schmerz ist: Ich spüre, dass ich wertvoll bin, aber ich erlaube mir nicht mehr, etwas zu wollen. Die Leitung zu meinem eigenen Wollen ist verschüttet. Und dass mir das überhaupt wehtut, ist der Beweis, dass der Selbstwert da ist. Nur was sich wertvoll fühlt, leidet daran, sich selbst nicht mehr zu spüren.