Wer von euch kennt Freddy Nock Junior? Vielleicht in Deutschland nur wenige, doch in der Schweiz war er extrem berühmt für seine Seiltanzkunst. Er balancierte ohne Sicherung in unglaublichen Höhen. Er war dem Himmel definitiv näher als der Erde.
Er war ein Nachkomme der Zirkusfamilie Nock, vielleicht sagt euch das etwas.
Doch darum geht es gar nicht, ich möchte auf etwas ganz anderes hinaus. Und jetzt wird es interessant.
Sein Tod wurde bestätigt, doch die Ursache bleibt bis heute unbekannt. Er starb letztes Jahr. Auch darum geht es nicht. Seine Familie hat gestern die Akten freigegeben. Sein Gehirn wurde untersucht und dabei hat man etwas Erstaunliches herausgefunden, etwas, das man wohl nie entdeckt hätte, wäre sein Tod natürlich gewesen.
Nun zum wesentlichen Teil. Die Untersuchungen haben ergeben, dass er unter Gleichgewichtsstörungen litt, und zwar aufgrund eines Geburtsfehlers, der nie entdeckt wurde. Man stellte fest, dass sein Gleichgewichtszentrum unterentwickelt war. Sein Gehirn hat diese Fehlbildung umgeleitet und mit anderen Mechanismen ausgeglichen. Was heißt ausgeglichen, perfektioniert.
Er war Rekordhalter und seine Darbietungen wurden immer extremer.
Natürlich habe ich sofort eine Verknüpfung zum Essenz Modell gemacht. Unsere Urwunde ist wie dieses Ungleichgewicht, das uns scheinbar an unserer Genialität hindert. Doch genau durch sie entsteht diese Genialität. Die anderen Essenzen werden aktiviert und trainiert und so entsteht der Magier, wir werden zu dem.
Das, was ich schreibe, ist nicht neu, doch es zeigt sich hier noch einmal auf eine neue Weise.
Hätte Freddy diesem Ungleichgewicht geglaubt, wäre er in seiner Zirkusfamilie vermutlich der Erste gewesen, der diese Kunst nicht ausgeübt hätte. Wir wissen nicht, was das mit ihm gemacht hätte, doch durch diesen Mangel wurde er der berühmteste unter den Nocks.
Unser eigenes Ungleichgewicht auf unserer inneren Landkarte fordert uns ebenfalls zu Höchstleistungen heraus.
Was denkt ihr?