Manche Monster verstecken sich in der Dunkelheit. Hannibal Lecter braucht sie nicht. Er sitzt mitten im Licht – kultiviert, höflich und mit einem Verstand, der seinem Gegenüber immer mehrere Züge voraus ist. Mit Hannibal Lecter erschuf Thomas Harris eine der faszinierendsten und verstörendsten Figuren der modernen Thrillerliteratur. Lecter ist Psychiater, Intellektueller, Feinschmecker – und ein kaltblütiger Mörder und Kannibale. Doch das eigentlich Beunruhigende an ihm ist nicht allein seine Grausamkeit. Es ist seine Fähigkeit, Menschen zu durchschauen. Er erkennt ihre Ängste, ihre Schwächen und ihre verborgensten Wünsche, lange bevor sie selbst verstehen, was er in ihnen gesehen hat. Die Reise durch die vier Romane beginnt mit „Roter Drache“. Ein brutaler Serienmörder versetzt die Vereinigten Staaten in Angst. Seine Opfer werden nach einem bizarren Muster ausgewählt, und das FBI steht vor einem Täter, dessen Abgründe kaum zu begreifen sind. Um ihn zu verstehen, braucht der Ermittler Will Graham die Hilfe eines Mannes, den er selbst einst hinter Gitter brachte: Dr. Hannibal Lecter. Graham weiß, dass Lecter gefährlich ist. Was er nicht weiß, ist, wie gefährlich es sein kann, einem Mann Zugang zu den eigenen Gedanken zu gewähren, der menschliche Psyche besser versteht als fast jeder andere. In „Das Schweigen der Lämmer“ tritt Lecter endgültig ins Zentrum der Geschichte. Die junge FBI-Anwärterin Clarice Starling erhält den Auftrag, einen besonders grausamen Frauenmörder aufzuspüren. „Buffalo Bill“ entführt junge Frauen und hinterlässt seinen Ermittlern kaum mehr als verstörende Spuren. Der Schlüssel zu seinem Denken könnte bei einem Gefangenen liegen, der selbst kaum weniger monströs ist: Hannibal Lecter. Zwischen Lecter und Clarice beginnt ein psychologisches Duell, bei dem Informationen niemals kostenlos sind. Jede Antwort verlangt einen Preis. Jede Frage kann zur Falle werden. Während draußen die Jagd auf einen Serienmörder läuft, findet im Inneren der Gefängniszelle ein anderes Spiel statt – eines, in dem Lecter versucht, die junge Ermittlerin genauso genau zu sezieren wie sie den Täter.