Die epische Saga der verstoßenen Unklarheit 😉🔥↓
Die Unklarheit durfte im Königreich nie dabei sein. Niemand wollte etwas mit ihr zu tun haben und eigentlich gehörte sie nicht richtig dazu. Es galt: "sie kann zum Weiterkommen nichts beitragen, hält den Prozess nur auf." Tatsächlich war sie so unbeliebt, dass sie sich schon bemühte, einfach zu verschwinden.
Eines Tages gab es eine Herausforderung, die die Königin und ihre Tafelrunde nicht bewältigen konnten - das Finden der Berufung. Die Frage war zu groß, für so eine große Frage gab es bisher keine Antwort, doch es wurde eine Idee nach der anderen ausprobiert. Nichts ergab wirklich Sinn und die Wege führten ins Leere. Die Tafelrunde verlor sehr viel Energie und musste auch einiges einstecken. Nach jedem gescheiterten Versuch klopfte die Unklarheit an. Und eines Tages gewährte die Königin - verzweifelt wie sie war - ihr schließlich Audienz. Sie beschloss, die Unklarheit anzuhören, mit Mitgefühl und Demut, denn sie hatte gelernt, dass alle etwas zu sagen und etwas zu geben haben.
Die Unklarheit erzählte: "Es gibt viele Wege, doch wir wissen nicht, welcher der richtige ist. Wir kennen auch das Ziel nicht so ganz, haben nur eine vage Vorstellung davon. Eigentlich müssten wir jetzt die Karten genauer studieren oder nach Wegweisern Ausschau halten. Wie sollen wir sonst zu einem guten Ziel kommen, das wir nicht mal kennen? Es gibt sehr viel Wissen, genau hier, wo wir jetzt stehen und von da wo wir herkommen. Doch wir brauchen jetzt die Geduld und die Neugierde, uns für dieses Wissen empfänglich zu machen."
Die Königin verstand und sie sah, dass die Unklarheit Recht hatte. Denn bisher hatten die Stimmen, denen sie viel Gehör geschenkt hatte, vor allem eines getan: In irgendeine Richtung gesteuert, mit Macht und Feuerkraft dorthin gedrungen, doch dann auch schnell verzagt und wieder aufgegeben. Sie erkannte, dass es notwendig war, die Unklarheit ernstzunehmen und mit ihr zusammen den Weg zur Klarheit zu suchen. Denn sonst war die Klarheit, die sich alle so sehr wünschten, keine echte, authentische Klarheit. Sie war nur eine Maske. Ein Theater, um die Leere nicht ertragen zu müssen.
Und so machte sich die Unklarheit an die Arbeit, sie wurde zu einer neugierigen Forscherin. Sie hatte die Kraft, selbst in nebligsten Gebieten stehen und einfach schauen zu können, solange wie es nötig war. So konnten auch andere Helfer einsteigen. Wenn die Unklarheit etwas bemerkte, zum Beispiel dass es eigentlich bessere Wegweiser und Orientierung brauchte, so konnten detailliertere Karten gezeichnet und Mentoren um Hilfe gebeten werden. Anstatt Energie zu verschwenden trugen die kleinen und großen Handlungen Stück für Stück zu einem klaren Bild bei. Endlich erfüllte die Unklarheit ihre Bestimmung und ihr beinahe erloschener Funke entzündete sich mit der Zeit zu einer lodernden Flamme. In dieser wurde die echte Klarheit geboren.