Sora ist Geschichte, Seedance ist geopolitisch, und die EU macht Ernst
Drei Nachrichten, die den Markt gerade gleichzeitig umformen — und die du kennen solltest, bevor du anfängst, KI-Video ernsthaft einzusetzen.
Sora ist weg
OpenAI hat Sora nach gerade mal sechs Monaten eingestellt. App und Web gehen ab 26. April offline. Das Modell hat täglich rund eine Million Dollar Verlust produziert, der Disney-Deal ist geplatzt, und das Deepfake-Problem war schlicht nicht kontrollierbar.
Was bedeutet das? Erstens: auch Hype hat Grenzen. Sora war das am meisten beworbene KI-Videomodell der letzten zwei Jahre — und es hat überlebt sich selbst nicht. Zweitens: es zeigt, dass ein Modell, das technisch beeindruckend ist, trotzdem scheitern kann, wenn das Geschäftsmodell fehlt und Missbrauch nicht eingedämmt werden kann. Für dich praktisch: Finger weg von Sora als Basis für irgendetwas Produktives. Das Tool existiert bald nicht mehr.
Seedance 2.0 ist da — aber nicht überall
ByteDance (das ist der TikTok-Konzern) hat Seedance 2.0 in über 100 Ländern gelauncht — die USA bleiben ausgeschlossen. Das ist keine technische Entscheidung, das ist Geopolitik. Seedance nutzt C2PA-Kennzeichnung, was transparenter ist als viele Konkurrenten, und Gesichter sind im Tool gesperrt.
Was bedeutet das für dich? Seedance ist ein starkes Modell, besonders für Körperbewegungen und dynamische Szenen. Aber du solltest dir bewusst sein, von wem du das Tool beziehst — ByteDance-Produkte stehen in Deutschland und Europa unter zunehmend kritischer Beobachtung. Für kreative Projekte okay, für sensible Kundendaten würde ich Abstand halten.
Die EU-Kennzeichnungspflicht kommt
Ab 2. August 2026 müssen KI-generierte Videos in der EU sichtbar gekennzeichnet werden. Wer das ignoriert, riskiert Bußgelder von bis zu 15 Millionen Euro oder 3 Prozent des Jahresumsatzes.
Das ist die Nachricht, über die die wenigsten nachdenken — bis es zu spät ist. Wie genau "sichtbar" definiert wird und wer das kontrolliert, ist noch offen. Aber die Richtung ist klar: Transparenz wird zur Pflicht, nicht zur Kür. Fang jetzt an, deine Workflows so aufzubauen, dass du sauber dokumentieren kannst, welche Inhalte KI-generiert sind. Die erste Abmahnung willst du nicht abwarten.
Zusammengefasst: Der Markt konsolidiert sich, die Politik greift durch, und geopolitische Grenzen werden im Tool-Angebot sichtbar. Wer das versteht, kann besser entscheiden, welche Tools er einsetzt — und warum.
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Rob Rothenpieler
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