𝑾𝒂𝒔 𝒈𝒍𝒂𝒖𝒃𝒆𝒏 𝒘𝒊𝒓 𝒆𝒊𝒈𝒆𝒏𝒕𝒍𝒊𝒄𝒉, 𝒘𝒆𝒏𝒏 𝒘𝒊𝒓 𝒔𝒂𝒈𝒆𝒏: „𝑰𝒄𝒉 𝒔𝒆𝒉𝒆 𝒅𝒊𝒆 𝑹𝒆𝒂𝒍𝒊𝒕ä𝒕, 𝒘𝒊𝒆 𝒔𝒊𝒆 𝒊𝒔𝒕“? Wir gehen im Alltag davon aus, dass wir wahrnehmen, was vor uns liegt. Erst wenn zwei Menschen dieselbe Situation sehr unterschiedlich beschreiben, wird deutlich, dass Wahrnehmung immer schon mit Bedeutung verbunden ist. Was uns auffällt und wie wir etwas verstehen, hat mit unserer bisherigen Erfahrung zu tun. Diese innere Vorprägung bleibt meist unbemerkt, weil sie uns vertraut ist. Wir erleben unsere Sichtweise deshalb selten als eine bestimmte Weise, Wirklichkeit zu verstehen, sondern einfach als das, was der Fall ist. Hier bekommt der Begriff Glaube eine besondere Bedeutung. Gemeint ist die innere Grundannahme, aus der heraus wir Wirklichkeit verstehen und uns in ihr orientieren. Sie kann sich in einem Satz zeigen wie „Ich muss das allein schaffen“ und damit eine Regel ausdrücken, die über Erfahrungen entstanden ist. Solche Regeln können sich mit der Zeit so festigen, dass wir ihre Wirkung kaum noch erkennen. Sie beeinflussen dann auch die Bedeutung, die wir einer neuen Erfahrung geben, und können sich dadurch immer wieder bestätigen. Sprache spielt dabei eine wichtige Rolle. In unseren alltäglichen Formulierungen wird hörbar, welche Annahmen wir über uns selbst und die Welt mittragen. Gerade scheinbar selbstverständliche Sätze können Hinweise auf solche inneren Strukturen geben. Für den Alltag stellt sich daraus eine einfache Frage: Wo nehme ich Realität als gegeben wahr, obwohl sie bereits interpretiert ist? Genau darum geht es am Montag, den 10. August, von 18–19 Uhr im Rahmen der Kloster-Academie Eberbach beim ersten Termin des Lebenskolloquiums Glaube und Alltag, einer fünfteiligen Reihe: „Glaube als gelebte Grundkraft der Wirklichkeits-, Sinn- und Bedeutungsorganisation“, in der wir Glaube als Grundstruktur menschlicher Wirklichkeitsbildung erkunden.