„𝑰𝒄𝒉 𝒌𝒂𝒏𝒏 𝒂𝒏𝒅𝒆𝒓𝒆𝒏 𝒏𝒊𝒄𝒉𝒕 𝒗𝒆𝒓𝒕𝒓𝒂𝒖𝒆𝒏.“ Wer zu diesem Schluss gekommen ist, deutet das Verhalten anderer oft durch diese Erwartung. Meldet sich jemand nicht wie vereinbart, liegt der Gedanke nahe, dass man ihm nicht wichtig ist. Die aktuelle Situation bekommt damit eine Bedeutung, die von früheren Erfahrungen geprägt ist. Solche Erfahrungen wirken auch in unserem Selbstverständnis weiter. „Ich habe gelernt, vorsichtig zu sein“ wird zu „Ich bin so“. Damit legen wir auch fest, was wir uns im Umgang mit anderen zutrauen und wie wir uns verhalten. Doch diese Vorstellung muss unser heutiges Handeln nicht bestimmen. Wir können ansprechen, was uns beschäftigt, obwohl wir mit Ablehnung rechnen, oder um Unterstützung bitten, obwohl wir gewohnt sind, alles allein zu schaffen. Damit handeln wir über das hinaus, was wir bisher von uns selbst erwartet haben. Was wir heute tun, hängt also auch davon ab, welche Geschichte wir über uns selbst für wahr halten und ob wir sie weiterhin als Maßstab für unser Handeln nehmen. Wo bemerkst du, dass eine Vorstellung von dir selbst deine Entscheidungen beeinflusst? P.S. In meinem Blogartikel „Die Geschichte, in der wir leben“ findest du weitere Gedanken dazu, wie die Geschichte, die wir über uns selbst erzählen, unser heutiges Leben beeinflusst.