Der aktuelle Rücksetzer bei Gold und insbesondere bei Silber verunsichert viele Anleger. Doch schaut man genauer hin, handelt es sich nicht um einen einzelnen Auslöser, sondern um mehrere Faktoren, die derzeit gleichzeitig auf die Edelmetallmärkte wirken. Höhere Zinserwartungen in den USA, ein stärkerer US-Dollar, Gewinnmitnahmen nach der starken Rally sowie technische Verkäufe setzen die Preise kurzfristig unter Druck. Hinzu kommt, dass Silber als Industrie- und Edelmetall meist deutlich stärker auf solche Entwicklungen reagiert als Gold. Die entscheidende Frage lautet aber: Hat sich die langfristige Geschichte von Gold und Silber verändert? In meinen Augen nicht. Denn die grundlegenden Themen sind weiterhin vorhanden: - historisch hohe Staatsverschulden - geopolitische Unsicherheiten - anhaltende Goldkäufe der Zentralbanken - Vertrauensfragen gegenüber Papierwährungen - langfristig steigende industrielle Nachfrage nach Silber Korrekturen von 10 % oder mehr gehören bei Edelmetallen dazu. Sie sind unangenehm, aber keineswegs ungewöhnlich. Gerade bei physischen Edelmetallen zeigt sich immer wieder ein interessanter Punkt: Die größten Sorgen entstehen häufig genau dann, wenn die Preise zurücksetzen, obwohl sich die Gründe, weshalb Anleger Gold und Silber überhaupt besitzen sollten, kaum verändert haben. Wer Edelmetalle primär als Vermögensschutz betrachtet, sollte deshalb weniger auf kurzfristige Schwankungen und stärker auf die eigene Strategie achten. Denn Vermögen entsteht nicht in wenigen Wochen. Es entsteht durch eine durchdachte Struktur, die sowohl gute als auch schwierige Marktphasen übersteht.