@Dennis Kraus Bis Dez 2019 wusste ich nicht, dass es das überhaupt gibt, bzw. dass hier erhebliche Erkenntnisse zu Tage gefördert werden. Ich selbst bin schon immer wissenschaftsorientiert und kaufte schon mit 12 J mein erstes Wissenschaft Heftabo. Zuerst las ich einen Beitrag von Jürgen Pagel in Facebook, wonach bezüglich der Erkenntnisse der aktuellen Evidenz nicht viel von unseren verbreiteten Behandlungstechniken übrig blieben 😳 Und im Dez 2019 las ich das Buch von Andreas Alt, „Kritik an der Physiotherapie“. Hier las ich zuerst davon wie umfangreich die Evidenzforschung für unsere Branche überhaupt ist. In dieser Sekunde schwenkte ich praktisch zur evidenzorientierten Physiotherapie um. Mir leuchtet das sofort ein. Wenn sich in hinreichend großen Gruppen mit Vergleichmöglichkeiten keine, oder keine hinreichende Wirkung nachweisen lässt, wobei weder die Patienten noch die Auswerter wissen wer welche Anwendungen bekam, vielleicht auch nur Placebo, dann wirkt diese Anwendung auch nicht, Punkt. Eine hinreichende Studienqualität natürlich vorausgesetzt. Dazu kam, dass das was laut aktueller Evidenz am sinnvollsten ist also die größte Wirkung hat, ich weitgehend ohnehin schon präferierte. Ich musste mich gar nicht so viel umstellen. Auch denke ich im Zuge der Vergütungsverhandlungen mit den Kassen, dass wenn diese einmal Nachweise für die Wirkung unserer Arbeit verlangen sollten, dann wird es düster. Die vorliegenden Nachweise besagen nämlich, dass unsere Arbeit zum großen Teil nichts oder nur wenig bringt. Sein Geld also nicht wert ist. Die Kassen hätten sogar gute Gründe die letzen Erhöhungen zurückzuziehen. Nicht dass das rechtlich möglich wäre. Jedenfalls bin ich überzeugt, dass die verbreitete Hinwendung zur evidenzorientierten Physiotherapie, unabhängig davon ob man nun dahintersteht oder nicht, elementar für die Zukunft unserer Branche ist. Warum so viele Physiotherapeuten hier so kritisch sind und nur auf ihre „Erfahrungen„ (Bias) setzen, kann ich mir nicht vorstellen.