Ein Herz und eine Seele - Kultsendung aus den 70ziger Jahren
Hier eine Unterhaltung zwischen Else-Dorothea und Alfred Tetzlaff, die nie stattgefunden hat, aber möglicherweise sich so abgespielt haben könnte. Diesmal als Dialog - Wie schön ist Weihnachten!? Folgende Szene: Deutsches Wohnzimmer, Frau schmückt den Tannenbaum, Mann sitzt gemütlich im Sessel und liest Zeitung. Alfred: Else, du dusselige Kuh, was fummelst du denn schon wieder an dem Tannenbaum rum? Else: Aber Alfred, ich will doch nur, dass alles schön aussieht für Weihnachten. Weißt du, wie der Bundeskanzler Willy Brand immer sagt: "Weihnachten kommt von innen." Alfred: Willy Brand? Du meinst wohl Willy Brandt, du Trampel! Und der hat nie so einen Quatsch gesagt. Der ist doch nur damit beschäftigt, den Kommunisten in die Hände zu spielen. Weihnachten kommt von innen... pah! Das einzige, was von innen kommt, ist meine Galle, wenn ich dein Geschwätz höre. Else: Aber Alfred, sei doch nicht so griesgrämig. Weihnachten ist doch das Fest der Liebe. Alfred: Fest der Liebe? Das ich nicht lache! Das ist doch nur eine Erfindung der Konsumindustrie, um uns das Geld aus der Tasche zu ziehen. "Wer anderen eine Grube gräbt, hat selbst ein Brett vor dem Kopf", sag ich immer. Else: Oh, das klingt ja interessant. Ist das von Göte? Alfred: Von wem? Göte? Meinst du etwa Goethe, du Intelligenzallergiker? Der hat sich im Grab umgedreht, als er dich gehört hat! Else: Entschuldige, Alfred. Ich dachte nur, weil es so klug klang. Apropos klug, hast du gehört, dass sie jetzt Computer erfunden haben, die denken können? Alfred: Ach du lieber Himmel! Jetzt fangen die Maschinen auch noch an zu denken. Als ob wir nicht schon genug Probleme hätten mit diesen Gastarbeitern, die uns die Arbeitsplätze wegnehmen. Demnächst sitzen wir alle auf der Straße, weil irgendein Blechkasten unseren Job macht! Else: Aber ist das nicht toll, Alfred? Dann können wir vielleicht mehr Zeit miteinander verbringen. Alfred: Mehr Zeit mit dir? Da spring ich lieber vom Fernsehturm! " Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende", wie schon Konrad Adenauer sagte.