Ein paar Worte der Vorstellung: Systemingenieur (früher hat man das auch mal ehrfurchtsvoll "BOFH" genannt), alt genug, um noch Modems und Mailboxen benutzt und monolithische Kernel mit angepaßten Treibern selbst kompiliert zu haben, Resident Lurker in a.s.r, Flame War gehärtet und hab nie begriffen, was die KI (damit meine ich in diesem Fall die bis vor kurzem noch State-of-the-Art gewesen seienden Chatbots) jetzt so viel besser kann als ich - abgesehen davon, mir mit unscharf gestellten Fragen trotzdem die richtige Richtung zu weisen, wenn ich mit der Fehlermeldung mal wieder nichts anfangen konnte. Das war schon eine spürbare Entlastung und hat manche mühsame Suche über 10.000 Tech-Seiten deutlich beschleuigt. Aber so richtig überzeugt hatte es mich dennoch nicht, weil ich jedesmal wieder von vorn anfangen mußte, wieder und wieder denselben Mist zu erklären, jeder Chat fing bei Null an. Dann hat mich mein Arbeitgeber nachgerade genötigt, doch bitte KI einzusetzen - und fast zeitgleich habe ich zum ersten mal von einem "Second Brain" oder "KI-OS" gehört. Anfang April habe ich dann mal ausprobiert, mir so ein KI-OS aufzusetzen, aus einem Mini-Kern, der zu einem Tutorial gehörte. Dann habe ich angefangen, damit meine Arbeit zu erleichtern. Performance-Analysen, Ticket-Kommentare, sogar meine Timesheets habe ich ihm beigebracht auszufüllen (natürlich auf Basis meiner tatsächlichen Daten) - quasi den ganzen Zinnober, der viel Zeit kostet, aber absolut langweilig ist. Mittlerweile ist das Ding auf mehr als 100 MB Größe angewachsen (nur die Textdateien), ich habe den Workspace vom Vault getrennt, das Ding befähigt, mit mehreren Vaults zu arbeiten und wir sind auf dem besten Wege, sowohl modellagnostisch als auch datensouverän zu werden... und das in gerade mal vier Monaten. Ich hoffe hier auf interessante neue Einsichten und wenn ich kann, steuere ich auch gerne mal den einen oder anderen Gedanken bei :-) Viele Grüße aus dem Herzen von Europa, Henning