𝐄𝐢𝐧𝐞 𝐄𝐫𝐢𝐧𝐧𝐞𝐫𝐮𝐧𝐠 𝐚𝐧 𝐝𝐞𝐧 𝐞𝐫𝐬𝐭𝐞𝐧 𝐆𝐚𝐫𝐭𝐞𝐧 Es begann mit einem Traum, und doch war es nicht der Traum eines einzelnen Menschen allein. Überall auf der Erde erwachten in jener Nacht Menschen mit demselben Gefühl, als wären sie an einem Ort gewesen, den sie nie zuvor gesehen hatten und dennoch besser kannten als die Welt, in der sie lebten. Manche erinnerten sich nur an ein Licht, andere an den Duft feuchter Erde, an das Rauschen eines uralten Waldes oder an eine Stimme, die nicht von aussen kam und doch klarer war als jeder Gedanke. In diesem Traum standen wir auf einer jungen Erde. Die Luft war klar, das Wasser schien zu sprechen, und die Wälder reichten weiter, als unsere Augen sehen konnten. Wir standen zwischen riesigen Farnen, hohen Gräsern und uralten Bäumen, doch wir besassen noch nicht jene schweren Körper, mit denen wir uns heute durch die Welt bewegen. Unsere Gestalt war leichter, durchlässiger, beinahe wie ein Leuchten, das sich nur vorübergehend zu einer Form verdichtet hatte. Wir waren nicht Licht im gewöhnlichen Sinn, nicht wie das Licht einer Flamme oder eines Sterns, sondern lebendiges Bewusstsein, frei von den festen Grenzen, die später unser Dasein bestimmen sollten. In jenen Tagen wussten wir noch, dass wir aus derselben Quelle hervorgegangen waren. Wir waren viele, und doch waren wir nie wirklich voneinander getrennt. Jeder von uns war ein eigener Klang, doch alle Klänge gehörten zu demselben Lied. Was einer von uns erlebte, berührte uns alle, und was die Erde fühlte, bewegte sich auch durch uns. Noch gab es keinen Abstand zwischen innen und aussen, zwischen Mensch und Natur, zwischen dem, was lebte, und dem, was Leben hervorbrachte. Dann hörten wir den Ruf der Erde. Sie rief nicht mit Worten, sondern durch das tiefe Grollen ihrer Berge, durch den Rhythmus ihrer Meere, durch den Atem der Wälder und durch das Erwachen der ersten Tiere. Ihre Stimme war jung, wild und voller Möglichkeit. Sie verlangte nicht, dass wir über sie herrschen, und sie forderte keine Anbetung. Sie lud uns ein, an ihrem Leben teilzuhaben.