Das Projekt ist mittlerweile erfolgreich abgeschlossen. Ich musste eine der vier Ansagen zweimal anpassen/kürzen, weil der Telefonanlagen-Techniker Anforderungen an die Audiofiles erst genannt hat, nachdem ich sie abgeliefert hatte. Vorher war meine Kundin nicht in Kontakt mit ihm. Das war etwas umständlich, aber unterm Strich schnell gemacht. Ich würde zukünftig darauf achten, im Vorfeld ein Abstimmungsgespräch mit den zuständigen technischen Personen durchzuführen, sofern das möglich ist. Für zukünftige Projekte nehme ich folgende Learnings mit: - Ein gutes Skript ist essenziell. Meine Kundin hat ein sehr gutes Skript geliefert, das ich bis auf wenige, kleine redaktionelle Anpassungen so verwenden konnte. - Genaue Anforderungen an Dateiformat und Länge vorab abstimmen. Ich habe nach best effort produziert und musste im Nachhinein korrigieren. - Frage nach Überlaufgruppen und Pickupgruppen. Das ist TK-Sprech und bedeutet im Endeffekt: Nach wieviel Wartezeit mit meiner Ansage wird ein Anruf entweder an eine andere Anrufgruppe weitergeleitet (Überlaufgruppe), oder wer soll einen Anruf aus der Warteschlange mit meinre Ansage annehmen können (Pickupgruppe). Warum ist das interessant? Der 'Satz "Wir sind gerade im Gespräch, bitte haben Sie einen Moment Geduld." sollte aus der von mir produzierten Ansage entfernt werden, weil der Anruf nach 30 Sekunden eh an eine Überlaufgruppe weitergeleitet wurde, und weil "man das heute nicht mehr so macht." (Zitat des TK-Technikers). Interessant. 😉 Stattdessen wurde nur der Informationstext in der Ansage gelassen ("Für Informationen rund um unsere Stadt, unsere Veranstaltungen etc. schauen Sie bitte auf unserer Website www.blablabla...") - Sound-Design für Telefonansagen: Wenn du es gewöhnt bist, glasklares Audio zu produzieren und verlustfrei als WAV-Datei in 48kHz/24bit auszuliefern, wirst du überrascht und vielleicht enttäuscht sein, wenn du deine Ansage zum ersten Mal live aus dem Telefonhörer hörst. Je nach TK-System, auf dem deine Ansagen eingespielt werden, klingt das von mäßig bis schrecklich. Trotzdem solltet ihr darauf achten, den Klang eurer Ansagen auf die Gegebenheiten eines Telefonhörers abstimmen. Es macht Sinn, den Frequenzbereich um 1kHz etwas anzuheben (2-4dB sollten genügen), das hebt die Sprachverständlichkeit gerade in schlecht klingenden TK-Systemen etwas an. - Ducking ist super! Wenn gewünscht ist, dass durchgängig Hintergrundmusik läuft und diese automatisch etwas heruntergeregelt wird, wann immer Sprache einsetzt, nutzt du Ducking. Das dient der besseren Sprachverständlichkeit. Wie funktioniert Ducking? Technisch erklärt aktivierst du einen Kompressor auf der Musikspur in deiner DAW und konfigurierst im Kompressor deine Sprachspur als Sidchain-Eingang. Dann gibst du an, um wieviel dB der Kompressor die Musik runterregeln soll. Ich habe bei diesem Projekt einen Wert von 4dB verwendet, das dämpft die Musik leicht und erfüllt den Zweck, ohne dass große Pegelsprünge entstehen.