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Auswandern nach Dänemark

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12 contributions to Auswandern nach Dänemark
Warum mich ein Dänischlehrer fast von meinem Traum abgebracht hätte
Hallo zusammen, ich bin Beate, komme aus Wuppertal und bin seit ein paar Jahren jedes Jahr oben an der Jammerbucht. Was als ganz normaler Urlaub gedacht war, hat sich irgendwie in eine kleine Obsession verwandelt. Ich bin eigentlich kein Mensch, der jedes Jahr an denselben Ort fährt. Bis ich gemerkt habe, dass ich das scheinbar doch bin. Es reicht, dass ich die Dünenlandschaft sehe. Die Strände. Diese Grüntöne, die es in Deutschland in dieser Form für mich nicht gibt. Und ich bin sofort tiefenentspannt. Ich liebe Seeluft, das typische Softeis, Hotdogs am Strand und die Wolken, die man an manchen Tagen scheinbar mit der Hand berühren kann. Ich habe den Eindruck, dort brauche ich gar nicht viel, außer das Meer, die Dünenlandschaft und Hygge, um glücklich zu sein. Daher zähle ich die Tage, bis ich das nächste Mal wieder dort sein darf. Beruflich mache ich das, was ich liebe: Ich helfe Menschen, ihr Angebot so in Worte zu fassen, dass es auch gelesen wird. Texte, die auf den Punkt sind, ohne dass man das Gefühl hat, jemand hätte einen Baukasten benutzt. Ich habe dafür sogar eine eigene Community, in die man allerdings nur über meine Kontor-Klartext-Challenge reinkommt. Wo ich beim Thema Auswandern stehe? Noch auf dem Weg. Dänemark als Aufenthaltsort für mehrere Monate im Jahr reizt mich sehr. Als dauerhafter Wohnsitz bin ich unsicherer, besonders seit mir ein ehemaliger Dänischlehrer erzählt hat, seine deutsche Frau habe dreißig Jahre versucht, wirklich in dänische Kreise aufgenommen zu werden. Das hat gesessen. Was mich am meisten beschäftigt: Wie lernt man Dänisch so, dass man wirklich die Zwischentöne versteht? Wie kommt man als Zugezogene wirklich mit Einheimischen in Kontakt? Und wie arbeitet man remote für deutsche Kunden oder für dänische Firmen, die deutsche Natives suchen, während man sich frei bewegen kann, ohne fest ansässig zu sein? Ich freue mich, hier zu lesen, zu fragen und vielleicht irgendwann auch selbst was beizutragen. Beate
Warum mich ein Dänischlehrer fast von meinem Traum abgebracht hätte
1 like • 6h
Hej Beate, ich habe Deine Zeilen gerne gelesen und vor allem Deine Frage finde ich sehr treffend, denn das ist ein Thema, das von den meisten Einwanderern hier extrem unterschätzt wird. Wie lerne ich die kulturellen Codes zu verstehen und lande nicht in einem Meer an Missverständnissen, was hier ganz normal ist. Wie komme ich kurz gesagt in die Gemeinschaft rein. Vieles treffliche wurde ja hier schon geschrieben. So ganz übertrieben ist das, was Dein Deutschlehrer sagte, tatsächlich nicht. Ich kenne Dänen, die haben in eine andere Region geheiratet und stehen trotz einheimischen Ehepartner nach wie vor lange oder immer vor dem Tor, das sich einfach nicht engültig öffnen will. Das hat auch tatsächlich nichts mit der Qualität der Sprachkenntnisse oder mit dem Deuten von Mimik zu tun, sondern mit der Mentalität der Menschen in dem Umfeld, in das man zieht und wie weit sie bereit sind, sich über Oberflächlichkeiten hinaus zu offenbaren. Das kann einem übrigens auch in Deutschland passieren, dass ein Bayer in Norddeutschland auch irgendwie nie so ganz dazu gehört oder umgekehrt. Wie man erahnen kann, geht es nämlich dabei vor allem um das gemeinsame Dasein seit Kindesbeinen. Man hat viele gemeinsame Themen, man hat gemeinsame Erlebnisse, man ist eine feste Gemeinschaft und wie lange die besteht, ist dabei essenziell. Wer da nicht im Grunde reingeboren wurde, hat immer nur einen gewissen Zugang, der oft sehr oberflächlich bleibt. Den größten Fehler, den viele Einwanderer machen ist, sich zu massiv zu präsentieren, weil ihnen mal jemand erklärt hat, geht in die Vereine, geh zu den Veranstaltung, sprich mit den Leuten usw. Der Grad, dass derjenige den Leuten letztendlich dann eher "auf den Keks geht", als dass es ihn weiter bringen würde, ist extrem schmal. Meine Kollegin, in Vejle aufgewachsen, heiratete hierher nach Midtjylland. Auf ihren vielen Gehtouren, grüßte sie immer freundlich die Leute, bis ihr Mann eines Tages sagte "Das macht man hier so nicht" und ich habe das auch sehr schnell gelernt, mich dezent zurückzuhalten. Es braucht Jahre, bis man ganz natürlich "reinwächst". Die Leute sind hier einfach freundlich aber etwas "dröge". Das ist in typischen Urlaubsregionen etwas anderes, da gehört es auch zum Geschäft, zumindest oberflächlich gesehen, offener zu sein aber eben auch nur bis zu einem bestimmten Grade.
0 likes • 2h
@Beate Adams die Wortzauberin ich glaube, die meisten Einheimischen können es gar nicht nachvollziehen, wie es vielen Zuzüglern von Nah und Fern geht, weil sie eben nicht in der Situation stecken und ihr soziales Umfeld vor allem sehr auf die eigene Familie im weitesten Sinne und auf die Uraltfreunde fokussiert ist. Sie sehen Mulitkulti auch nicht wirklich als Bereicherung, sie wollen dadurch nämlich nicht verändert werden, ganz im Gegenteil. Das ist ja eine sehr häufige Diskussion unter Dänen. Die Familie hat hier tatsächlich für viele eine ganz enorme Bedeutung. Unsere Tochter ist mit einem Dänen verheiratet, da hängen dann noch Geschwister, Ehepartner, Schwiegereltern und Kinder dran und man trifft sich in einer ziemlichen Regelmäßigkeit, weil es bei so vielen Personen immer einen Anlass gibt. Wir gehören da ganz klar dann auch zu dem ganzen Klüngel. Wenn wir zusammen einen Ausflug machen, denkt man, ein halbes Dorf ist unterwegs. Unsere Weihnachten werden jedes zweite Jahr zusammen gefeiert, da stoßen dann noch die engsten Freunde dazu, da sind wir immer in einem riesen Ferienhaus bzw. das ist eigentlich ein Lager, wo alle auch übernachten können. Das ist hier ganz normal. Daher haben viele Dänen auch kaum Recourcen für mehr oder weniger spontane Besuche bei oder von jemanden, der ihm nicht ganz so nahe steht und das hat wahrlich nichts mit Ablehnung zu tun. Das ist einfach eine ganz andere Lebensart. Mit anderen trifft man sich eher beim gemeinsamen Hobby oder gesellschaftlicher Arbeit aber die Kontakte bleiben dann auch meist in diesem Rahmen. Man muss sich auch davon verabschieden, sich als den Exoten im Leben der Einheimischen zu sehen, für den sich jeder ernsthaft interessieren würde. Die Fremdeln durchaus auch ähnlich, wie man es aus Deutschland gegenüber Einwanderern kennt. Anfeindungen aufgrund der deutschen Herkunft habe ich dagegen nie erlebt, gibt es aber vereinzelt. Ich frage aber immer diejenigen, die sich irgendwie außen vor fühlen, welche Erwartungen sie hatten und mit wievielen Einwanderern sie eigentlich in Deutschland näheren Kontakt aufrecht hielten, denen geht es nämlich genauso.
Politik
Hallo ihr Lieben, da mich, wie ich in meiner Vorstellung ja schon erwähnt habe, mit der aktuellen politischen Lage in Deutschland extrem unzufrieden. Da man von Deutschland aus nicht wirklich etwas von der Lage in Dänemark mitbekommt, würde mich die Einschätzung von euch interessieren, die schon in Dänemark leben? Alles, was ich weiß ist, dass Mette Fredriksen es geschafft hat, eine Mitte-Links Regierung zu bilden. Wie seht ihr den Einfluss der Rechten in Dänemark und das nicht nur politisch, sondern eventuell auch in der Bevölkerung?
1 like • 8h
Die Frage ist wirklich interessant und ich denke, ich kann dazu auch ein wenig etwas sagen. Kurz zusammengefasst, Dänemark funktioniert einfach ganz anders, als Deutschland. Hier wird kaum auf etwas Rücksicht genommen, was nicht auch Rückhalt in der Bevölkerung hätte. Daher ist Dänemark ein Land, das schon oft bewiesen hat, dass man mit einem großen Konsenz auch mit einer Minderheitsregierung gut regieren kann. Diesmal haben wir eine Mitte-Links-Regierung im deutschen Verständnis. Allerdings wird hier in DK schon mal "links" und "rechts" politisch gar nicht so definiert, wie man es in Deutschland macht. Deshalb sehen sich auch die Wähler nicht als links oder rechts. Den Umgang mit Themen wie Einwanderung, Integration oder Sozialleistungen sehen viele Wähler nicht als ideologische Haltung, sondern als Voraussetzung für das Funktionieren des Wohlfahrtsstaates. Daher ist es auch nicht verwunderlich, daß seit gut 20 Jahren in der dänischen Ausländerpolitik immer mehr die "Daumenschraube" angezogen wird und trotzdem ein sehr breiter Konsenz fast aller Parteien des gesamten Spektrums besteht. In Deutschland würde man das ganz klar als rechte Politik einordnen, in Dänemark nicht. Was den Einfluss von Parteien betrifft, die aus deutscher Sicht als "rechts" bezeichnet werden würden, ist der natürlich deutlich vorhanden. Besonders die DF hat die dänische Politik über viele Jahre stark geprägt, auch wenn sie zu ihren "besten Zeiten" den Fokus fast nur noch auf Ausländerpolitik richtete und viele Wähler verlor, weil die sich nicht mehr ausreichend vertreten sahen. Allerdings ist diese Partei wieder deutlich im Kommen und der aktuelle Tonfall unter Morten Messerschmidt wird von vielen als schärfer wahrgenommen, als noch vor einigen Jahren. Was hat das aber nun für Auswirkungen auf Zuwanderer? Ich gehe jetzt mal ganz speziell auf EU-Zuwanderer ein. Auch da hat sich vieles getan. Das für EU-Bürger deutlich einfachere System der EU-Freizügigkeitsregeln, die 2006 beschlossen und 2007 in DK eingeführt wurden, wurde über 16 Jahre recht locker durch die Einwanderer ausgelegt. Man erfüllte die geforderten Bedingungen zur Registrierung, danach verließ man sich darauf, dass eh nie wieder jemand schaut, was allerdings so nicht ganz stimmte. Gelegentliche Stichproben gab es auch früher schon. Seit 2023 gibt es nun auch für die Kontrolle, dass die Bedingungen des gesetzlichen Aufenthaltes in DK jederzeit erfüllt werden, ein engmaschigeres System. Die Stichproben finden deutlich häufiger statt, vieles offenbart sich durch das Prinzip des "Gläsernen Bürgers" und den Einsatz von KI sowieso viel öfter aber spätestens für die Bestätigung des Daueraufenthaltsrechts nach frühestens 5 Jahren, das erst den endgültigen Zugang von EU-Bürgern zum dänischen Sozialsystem sichert, muss man rückwirkend für 5 Jahre seinen ununterbrochnen gesetzlichen Aufenthalt und die durchgängige Erfüllung der entsprechendem Registrierungsbedingungen lückenlos nachweisen. Das heißt man muss nachweisen, dass man keine ungesetzlichen Aufenthaltsunterbrechungen hatte und einem jederzeit die ausreichenden Mittel, die man als Registrierungsgrundlage nachgewiesen hat, zur Verfügung standen, also entweder das gut gefüllte Bankkonto oder ein entsprechendes regelmäßiges Einkommen.
1 like • 5h
@Janine Delgado ja, das stimmt. Viele potentielle Einwanderer "feiern" die restriktive Ausländerpolitik Dänemarks, dabei kennen sie eigenlich nur die Schlagzeilen und schmeißen dann Flüchtlinge, Einwanderer aus Drittländern und Kriminelle munter in einen Topf mit negativer Berwertung, weil es so schön in ihr Weltbild passt und sehen auch nicht, dass auch bei EU-Bürgern immer genauer hingeschaut wird, ob die wirklich so makellos sind, wie sie daher kommen. Mir schreiben viele deutsche Einwanderer und das oft, wenn sie ein echtes Problem haben und das hängt nicht selten damit zusammen, dass sie sich ökonomisch zu blauäugig auf die Auswanderung vorbereitet haben. Da war das Wichtigste, erstmal ein Haus zu kaufen und in Ordnung zu bringen. In der Zeit bleibt dann kaum die Möglichkeit, ausreichend Dänisch zu lernen. Die Suche nach einem tragfähigen Job wird oft zu lange hinaus geschoben, ohne den Markt vorher überhaupt gecheckt zu haben. Es gilt das Prinzip Hoffnung und das ist Lottospielen. In der Zwischenzeit ist in aller Regel bereits das bei SIRI nachgewiesene Bankguthaben für die Registrierung als "Person mit ausreichenden Mitteln" mehr oder weniger aufgebaucht oder es war sowieso nur geborgt und verschwand genauso schnell, wie es aufs Konto gezahlt wurde, wieder bei der Oma. Typischer Ausweg ist dann gar nicht so selten, bei der Familie in Deutschland Geld borgen, was legitim ist oder was leider viel zu oft die Realität ist, Schwarzarbeit und genau das weiß SIRI natürlich auch und daher das mittlerweile sehr genaue Hinschauen, wie man hier die 5 Jahre gesetzlichen Aufenthalt gemeistert hat. Das sind alles Dinge, die in Dänemark kein Kavaliersdelikt sind. Das sind aber auch Dinge, die man als Urlauber im Grunde überhaupt nicht mitbekommt. Da beneidet man eher die Einwanderer, die es scheinbar "geschafft" haben, sich dort niederzulassen, wo andere Urlaub machen.
Was ist die Wahrheit?
Hallo zusammen, ich höre immer wieder -in Podcasts und Büchern - das Häuser in Dänemark so günstig sein sollen. Mit 200.000 Euro hätte man da Grüße Häuser mit noch größeren Grundstücken. Das entspricht aber nicht den, was ich verstehe, wenn ich mir Immobilien in Sønderborg oder Nordborg und umzu angucke. Hier scheint es eher auf 450.000 Euro und mehr hinaus zu laufen. Gibt es da Erfahrungen auf eurer Seite? Liebe Grüße! Janica
1 like • 4d
@Janica Schmeelk-Weigel wenn Du die Kinder für die Schule anmeldest, wirst Du ja von der Kommune entsprechend beraten. Die kennen das Thema ja sehr gut. In den Kommunen gibt es extra Integrationsklassen, die dafür zuständig sind, die Kinder nicht nur sprachlich zu befähigen, am dänischen Unterricht teilzunehmen, sondern auch das ganze Schulsystem kennen zu lernen. Das nennt sich Modtagerklasse. Dort werden die Kinder bis zu zwei Jahren entsprechend intensiv vorbereitet. Typischerweise meistern das aber viel viel schneller. Die Kinder sind da deutlich besser drauf als die Eltern, die sich meist nicht nur gedanklich, sondern auch tatsächlich viel schwerer tun. Das ist aber ganz normal, das etwas ängstliche Gefühl ist dann aber auch nach ganz kurzer Zeit verschwunden. Es gibt auch kleine Schulen, die vor allem jüngere Kinder direkt in die dänischen Klassen integrieren. Auch das ist möglich, muss man aber ganz individuell sehen. Aber kurz gesagt, macht Euch keine Sorgen, auch wenn sich das komisch anhört, es ist fast das geringste Problem bei einer Auswanderung, die Kinder zu integrieren. Wenn die z.B. im August in der Schule anfangen, erkennt man sie Weihnachten kaum noch wieder. Dann sind die schon fast Dänen :) .
1 like • 9h
@Beate Adams die Wortzauberin die Besteuerung nach dem Wohnsitzprinzip gibt es in 130 Ländern u.a. in der gesamten EU. Es gibt allerdings einige Ausnahmen, wo Einkommen nach Quelle versteuert werden, in der EU u.a. das Arbeitseinkommen von Grenzpendlern oder die gesetzliche Rente von Personen, die als Rentner ausgewandert sind usw. Speziell dänisch ist allerdings, dass eine dänische Grundwertsteuer (Grundværdiskat) auf sämtliche Immobilen im In- und Ausland in DK bezahlt werden muss, da Immobilien zu den zu versteuernden Vermögenswerten zählen, wie auch Kapitalerträge usw. Nur wenn in dem Land, in dem sich die Immobilie befindet, auch eine Besteuerung des Vermögenswertes greift, dann wird Dank dem Abkommen zu Vermeidung von Doppelbesteuerung nicht nochmal in DK besteuert. Da Deutschland eine solche Steuer auf Immobilien nicht kennt, beruht das in dem Falle tatsächlich nicht auf Gegenseitigkeit.
Viele Ideen, aber noch keinen Plan 😅
Hallo zusammen! Ich bin Steffi und zusammen mit meinem Mann Thilo und meiner Mutter haben wir den Entschluss gefasst, in den nächsten 3-5 Jahren nach Dänemark auszuwandern. Wir halten es in Deutschland einfach nicht mehr aus 😵‍💫😬 Das Land haben wir schon ein bisschen in dem ein oder anderen Urlaub kennengelernt und auch ein guter Freund von uns ist halber Däne und hat uns sehr ans Herz gelegt, unsere Idee in die Tat umzusetzen. Leider lebt er schon seit Kindertagen nicht mehr in DK, weshalb er uns leider nicht wirklich mit Tipps und Hilfe unterstützen kann. Deswegen bin ich hier. Meine Mutter und mein Mann werden zum Zeitpunkt unseres Umzugs aller Voraussicht nach beide verrentet sein und ich selbst bin bei der Arbeitsagentur angestellt und seit einigen Jahren als Arbeitsvermittlung in einem Jobcenter tätig. Ich habe hier schon durch ein paar Beiträge gestöbert und bin nun so ein bisschen auf der Schiene, als Backup zumindest für die erste Zeit in DK (zur Miete) zu leben und beispielsweise im Jobcenter Flensburg zu arbeiten. Wir wollen allerdings ganz explizit nicht im Grenzgebiet leben. Ich würde dann ggf. für die Zeit, in die ich ins Büro muss, in Flensburg unterkommen. Lieber wäre uns natürlich, ich würde einen Job in DK finden und wir würden uns dann auch gerne ein Haus kaufen wollen. Hierzu habe ich allerdings noch gar keine Übersicht und tausend Fragen 😅 Das soll es erstmal gewesen sein - ihr werdet sicher noch einige Beiträge und Fragen von mir lesen (und hoffentlich auch beantworten). Und ja, natürlich beginnen wir bereits, dänisch zu lernen und mit den Gepflogenheiten und der Kultur vertraut(er) zu machen.
2 likes • 1d
@Martina Lohan ja genau, Dänemark ist eben nicht nur ein anderer Wohnort, es ist eine komplexe Auswanderung mit allem drum und dran. Was die Sache natürlich so verführerisch macht, ist die Nähe zu Deutschland und das Gefühl, die haben irgendwie sehr ähliche kulturelle Grundlagen, sind aber deutlich freundlicher. Das ist natürlich eine typisch deutsche Sicht auf DK. Fragt man aber die Schweden, wie sie das sehen, dann kommt meist "die sind extrem gnadenlos". Diese kulturelle Ähnlichkeit wirkt für Deutsche zwar sehr gut verständlich aber die Einwanderung ist dann doch zum Schluß immer der Start der lebenslangen Mißverständnisse. Damit muss man umgehen können, wenn man hier nicht geboren und aufgewachsen ist und die kulturellen Codes, die dann auch noch von Landstrich zu Landstrich verschieden sein können, versteht und akzeptiert. Muss man natürlich auch in jedem anderen Land, ohne Frage. Aber kurz gesagt, auswandern wollen und es auch erfolgreich können, ist durchaus auch eine Frage der eigenen Mentalität. Es bracht einfach Zeit für die Integration, denn sie ist auch zweiseitig. Derjenige, der sich integrieren will und sich anstrengt aber auch seine Umgebung, die es auch will und bestenfalls sogar behilflich ist. Das ist nicht selbstverständlich, denn für Dänen ist es ein großer Unterschied, ob es sich um Urlauber handelt, die sich hier entspannen wollen oder ob es Einwanderer sind. Freundlichkeit wird man so gut wie immer finden, das gehört hier zur Kultur aber man wird auch mit der Zeit lernen, genauer hinter die Fassade zu schauen.
2 likes • 12h
@Beate Adams die Wortzauberin ja, das ist in der Tat so. Viele Einwanderer mit guter Ausbildung überschätzen einfach ihren "Wert" unter entsprechend ausgebildeten Dänen und die meisten Dänen sind fachlich sehr gut ausgebildet. Selbst die deutsche Sprache ist oft nur dann ein Pluspunkt, wenn gleichermaßen auch nicht nur die dänische Sprache auf berufstauglichen Niveau beherrscht wird, sondern auch das gesamte dänische System bekannt ist. Es ist ganz normal, dass die Arbeitgeber, abgesehen von einigen ganz speziellen Branchen, immer erstmal lokal denken. Das ist aber auf der ganzen Welt normal. Bevor man viel Zeit investiert, einem frischen Einwanderer alles das nahezubringen, was Dänen oder Einwanderer, die hier zur Schule gingen und ihre Ausbildung gemacht haben, von Anfang an gelernt haben, um im sozialen und fachlichen Bereich mitzuhalten und akzeptieren, dass derjenige noch sprachlich viel an sich arbeiten muss usw. andererseits entsprechend gut qualifizierte Einheimische leer ausgehen, bevorzugt man in aller Regel die Einheimischen. Ausnahme natürlich in verschiedenen Branchen, wo wirklich arger Arbeitskräftemangel herrscht, also die sog. Listenjobs (eine Art Greencard-Liste). Das beschränkt sich aber oft auf Landwirtschaft, Bauwesen, Ingenieurwesen, Gesundheitswesen, Pflege.
Habt Ihr Fragen zur Arbeit in Dänemark?
Arbeiten in Dänemark: entspannter, aber nicht automatisch einfacher Viele Deutsche stellen sich das Arbeiten in Dänemark erst einmal sehr angenehm vor: weniger Druck, flachere Hierarchien, früher Feierabend. Und ja, da ist einiges dran. Die 37-Stunden-Woche gibt es wirklich. In vielen Betrieben ist es normal, gegen 15:30 oder 16:00 Uhr nach Hause zu gehen. Vorgesetzte treten oft weniger autoritär auf, Meetings wirken sachlicher, und Familie, Freizeit oder ein Leben neben der Arbeit haben einen höheren Stellenwert als in vielen deutschen Unternehmen. Trotzdem kommt irgendwann der Realitätscheck. Dänemark ist kein deutsches Arbeitsleben - nur entspannter verpackt. Es funktioniert an vielen Stellen anders. Entscheidungen entstehen oft informell. Viel läuft über Vertrauen, Kontakte und Regeln, die selten offen ausgesprochen werden. Wer kein Dänisch spricht, bleibt schneller außen vor, selbst wenn im Bewerbungsgespräch Englisch völlig ausgereicht hat. Auch die Freundlichkeit im Arbeitsalltag sollte man nicht mit automatischer Offenheit verwechseln. Die Stimmung kann angenehm sein, aber das heißt nicht, dass man von selbst integriert wird. Man muss selbst auf Menschen zugehen, Fragen stellen, mit zum Mittagessen gehen, zuhören, auch wenn man am Anfang nur die Hälfte versteht. Mein Eindruck: Wer in Dänemark arbeiten will, braucht mehr als einen Lebenslauf. Man braucht Geduld, Lust auf die Sprache und ein Gespür dafür, dass leise Töne hier oft weiter führen als deutsches Durchsetzen. Mich interessiert eure Erfahrung: Was war für euch beim Arbeiten in Dänemark die größte Überraschung? War es leichter als gedacht, oder schwieriger? Oder seid ihr noch auf der Suche nach einem Job in Dänemark?
3 likes • 2d
@Stephanie Hommel rein theoretisch werden zwar die EU-Ausbildungen auch in DK anerkannt, je nach Umfang und Inhalt entsprechend aber in der Realität dann auch einen entsprechenden Job zu finden, da mache ich Dir tatsächlich nicht so viel Hoffnung. Zum einen musst Du natürlich dann auch einen Sprachabschluß nachweisen, in Deinem Falle wäre es Dänisch C1. Das braucht natürlich seine Zeit und ganz ehrlich, mach ihn lieber hier in DK, das geht schneller, als wenn Du Dich in Deutschland mühst aber nicht in dem Sprachraum lebst. Zum anderen fehlen Dir natürlich aber auch entscheidene Kenntnisse im dänischen Verwaltungsrecht und im dänischen Arbeitsrecht und was sonst noch so an speziellen fachlichen länderspezifischen Kenntnisse verlangt werden. Die kommunalen Verwaltungen sind an sich gut mit qualifiziertem Personal bestückt, eher werden da mit dem Rotstift immer wieder Kürzungen gemacht, da die Digitalisierung in jedem Bereich der Verwaltung immer mehr Arbeitsplätze erspart. Und dann werden bei Ausschreibungen natürlich erstmal aus den eigenen Reihen freigesetzte Verwaltungsangestellte, sofern sie eine passende Qualifikation z.B. als Sozialratgeber haben, umgesetzt, bei weiterer Suche werden dann im dänischen System erfahrene Einheimische ganz klar bevorzugt. Die Stellen im ÖD findest Du übrigens bei den einzelnen Kommunen selbst.
1 like • 12h
@Beate Adams die Wortzauberin das ist wirklich sehr schwierig, denn Jammerbugt Kommune gehört zu den Kommunen, die als Udkantsdanmark bezeichnet werden, das sind die sturkturärmsten Kommunen in Dänemark. Typisch dafür ist, dass die meisten Arbeitnehmer wirklich weite Strecken pendeln müssen, dass sie keine größeren Städte haben, dass es mehr Abwanderung als Zuwanderung gibt und auch mehr Todesfälle als Geburten. Kurzum, das sind Kommunen, in die es meist nur Urlauber zieht aber in Ermangelung von guten Jobmöglichkeiten wenig Einheimische. Entsprechend sind auch die Chancen außerhalb des Tourismus sehr gering, als Einwanderer dort sinnvoll Fuß zu fassen. Die Jobs im Tourismus sind letztendlich ja auch mehrheitlich keine festen Jobs, die einen das ganze Jahr über ernähren, sondern Saisonjobs, meist sogar nur auf Abruf und eher am Wochenende. Dass Dich vor allem die Jammerbucht nach DK zieht, das ist total nachvollziehbar, ein wunderschöner Landstrich aber leider kein sinnvoller Landstrich für eine berufliche Etablierung von Einwanderern, die nicht tatsächlich eine der dringend gesuchten Qualifikationen haben, also wo schon Einheimische arge Probleme haben, ihren Lebensunterhalt zu sichern. Da bekommt die Gegend natürlich eine ganz andere Dimension. Deine Frage zu Remote. Ja, gibt es hier aber wurde mittlerweile drastisch zurück gefahren, vor allem im öffentlichen Bereich aber auch in vielen privaten Unternehmen. War das während der Pandemie oft bis zu 100 % möglich, wird jetzt wieder viel mehr auf die Präsenz und die sozialen Beziehungen im Unternehmen gebaut und üblicherweise, wenn Remote möglich ist, ein Hybridmodell mit 2-3 Tagen Präsenz und 2-3 Tagen Remote oder oft auch nur noch 1 Tag Remote gefahren. Viele haben Remote sogar komplett im Unternehmen abgeschafft, sehen darin sogar eine hohe psychische Belastung, so zumindest die offizielle Einschätzung der dänischen Arbeitsschutzbehörde. Also, wer als frischer Einwanderer nach DK kommt und dem Arbeitgeber Remote vorschlägt, hat nicht unbeding gute Karten, zumal er ja das Arbeitsleben, das soziale System uvm. in Dänemark noch überhaupt nicht aus der Praxis kennt. Im Grunde wird das sogar als Integrationshemmnis gesehen. Dänemark erwartet von seinen frischen Einwandernern, dass sie sich präsent und aktiv in das Leben hier einbringen. Wer sich optisch zu rar macht, der findet im Grunde hier gar nicht statt und das ist oft Ursache, warum sich viele Einwanderer auch nach vielen Jahren nicht wirklich integriert haben. Sie sind irgendwie immer noch außenvor. Da machen es einem die Dänen allerdings auch nicht sonderlich leicht.
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Franziska Land
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@franziska-land-1567
Ich bin 64, Deutsch-Dänin und lebe mit meiner Familie in Dänemark.

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Joined Jul 7, 2026
Skive, Danmark