Hallo zusammen,
ich bin aktuell ziemlich frustriert und weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich mit der Situation umgehen soll.
Ausgangspunkt war ein Freund von mir, der mir ein kurzes Sound-Sample einer selbst programmierten Sequenz auf seinem professionellen Synthesizer geschickt hat. Für ihn war das eher ein spielerischer Test, weil er das Instrument gerade erst kennenlernt. Also kein Projekt mit Anspruch, sondern eher ein Experiment.
Ich habe seine Erlaubnis bekommen, dieses Sample zusammen mit meinen eigenen Ideen bezüglich Songstruktur, Atmosphäre und Lyrics weiterzuentwickeln – unter anderem mit Hilfe von KI, einfach um zu sehen, was daraus entstehen könnte.
Stilistisch geht es in Richtung 80er-inspirierter Synthwave / Retrowave. Meine Vision war, die typischen schweren, analogen Klangfarben dieser Zeit mit moderneren Elementen zu verbinden. Also keine reine Nostalgie-Kopie, sondern eher eine emotionale Zeitreise mit aktuellem Sounddesign.
Textlich bewusst reduziert: nur eine kurze Hook mit wenigen Zeilen, damit der Track nicht überladen wirkt und die Instrumentierung genug Raum bekommt.
Und genau da beginnt mein Problem. Das Ergebnis hat stellenweise etwas Magisches. Manche Passagen sind unglaublich stark. Andere wiederum unfertig, unstimmig oder verschenken Potenzial.
Das Frustrierende daran ist, dass ich ziemlich klar höre, was an welchen Stellen anders müsste.
Ich höre Übergänge, Arrangements, Spannungsbögen, Verbesserungen. Aber ich kann es nicht umsetzen.
Ich spiele keine Instrumente, habe weder das nötige Equipment noch das technische Produktionswissen, um daraus final einen professionellen Track zu machen zumal wahrscheinlich alles neu eingespielt werden müsste. Die KI-Techdemo könnte man veröffentlichen, aber das wird meinem Anspruch an diese Vision nicht gerecht und würde wahrscheinlich von vielen als, leider viel zu oft inflationär genutz, "AI-Slop" bezeichnet werden.
Kurz gesagt: Ich habe das Gefühl, etwas mit echtem Potenzial in der Hand zu haben – aber keine Möglichkeit, es selbst auf das Level zu bringen, das ich darin sehe.
Natürlich wäre der logische Gedanke, einen erfahrenen Producer ins Boot zu holen. Aber da stoße ich auf mindestens drei Probleme.
- Wird meine Potential-Einschätzung überhaupt geteilt
2. Gute Producer kosten zurecht gutes Geld, welches ich, zumindest nicht blind, zu investieren bereit bin. Das würde vermutlich den Rahmen "Hobby" um ein Vielfaches sprengen.
3. Ich wüsste spontan niemanden, dem ich diese Vision anvertrauen würde – und ehrlich gesagt fehlt mir auch etwas der Mut dafür.
Deshalb meine ehrliche Fragen an euch:
Seid ihr schon mal in so einer Situation gewesen, dass ihr musikalisch ein klares Bild im Kopf hattet, aber nicht die Mittel, es umzusetzen?
Wie seid ihr damit umgegangen?
Losgelassen? Gelernt? Abgegeben? Neu angefangen?
Mich interessiert vor allem die Perspektive von Leuten, die Produktion wirklich beherrschen.
Ich danke euch für eure Beteiligung und Inspirierung.