Robert Kiyosaki: Gold steigt auf 35.000 US-Dollar! – Was muss konkret passieren, welche Ereignisse müssen eintreten, damit Robert Kiyosaki recht hat?
Der US-Finanzautor und Investor Robert Kiyosaki, der durch seinen Bestseller „Rich Dad Poor Dad“ bekannt wurde, hat erneut eine provokante Finanzprognose abgegeben.
Seiner Meinung nach wird der Goldpreis nach einem schweren wirtschaftlichen Crash bei bis zu 35.000 US-Dollar pro Unze liegen.
Solche Zahlen liegen weit über allem, was der Markt aktuell kennt. Kiyosakis Argumentation fußt auf seiner Sichtweise eines drohenden Systemzusammenbruchs, der durch drei große Faktoren befeuert wird:
Seiner Ansicht nach erreichen vor allem die US-Staatsschulden ein historisch hohes Niveau, das langfristig nicht tragbar ist. Die steigenden Schulden werden laut Kiyosaki irgendwann zu einem Vertrauensverlust in Papierwährungen führen.
Tatsächlich wird in Fachkreisen ebenfalls über stark steigende Staatsverschuldungen diskutiert. Sie erhöhen die Zinslasten staatlicher Haushalte und belasten die öffentlichen Budgets. Dies zeigen etwa Analysen zur Schuldenentwicklung der USA. -
Kiyosaki betont, dass Zentralbanken unbegrenzt Geld drucken können, während Gold als physisches Gut limitiert ist. Das führe in Krisenzeiten dazu, dass Anleger verstärkt nach Sachwerten suchen, die ihren Wert besser halten als Papiergeld.
Sollte es zu einem massiven Vertrauensverlust in Aktien, Anleihen oder Währungen kommen, erwartet Kiyosaki eine globale Flucht in Sachwerte wie Gold, Silber oder Kryptowährungen – und damit extreme Preissteigerungen.
Kiyosaki geht sogar so weit, auch für andere Vermögenswerte extreme Zielmarken zu nennen. So prognostiziert er unter anderem einen Bitcoin-Preis von 750.000 US-Dollar und einen Silberpreis von 200 US-Dollar – ebenfalls Werte, die weit außerhalb der gängigen Markterwartungen liegen.
Ich will mit dir nicht darüber diskutieren, ob Kiyosaki recht hat oder nicht. Meine Frage lautet:
„Was muss passieren, welche Ereignisse müssen eintreten, damit Kiyosaki tatsächlich Recht hat?”
In Deutschland gab es schon Zeiten, in denen ein Laib Brot mehrere Millionen gekostet hat. Für mich ist deshalb nichts unmöglich. Ich wiederhole die Frage:
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„Was muss konkret passieren, welche Ereignisse müssen eintreten,
damit Gold 35.000 US-Dollar pro Unze kostet?”
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Hier ist die konkrete Szenario-Matrix für die Frage:
Was müsste konkret passieren, damit Gold auf 35.000 US-Dollar pro Unze steigt?
Der Ausgangspunkt ist wichtig:
Gold liegt derzeit bei rund 4.492 US-Dollar je Unze. Bis 35.000 US-Dollar wäre also noch einmal ein Anstieg um etwa 679 % nötig, also fast eine Verachtfachung vom heutigen Niveau. Das ist kein normales Bullenmarkt-Ziel mehr, sondern ein Systembruch-Szenario.
Noch wichtiger:
Die Welt ist nicht mehr weit von einigen Vorbedingungen entfernt, aber sie ist noch deutlich entfernt von der kompletten Ereigniskette, die für 35.000 US-Dollar nötig wäre. Wir sehen heute bereits hohe Staatsschulden, starke Zentralbankkäufe, geopolitische Spannungen und Rekordnachfrage nach Gold. Was wir noch nichtsehen, ist der eigentliche Kern eines 35.000-Dollar-Szenarios: ein breiter Vertrauensverlust in Staatsanleihen und Papiergeld selbst.
Die Kurzform
Gold bei 35.000 US-Dollar braucht im Kern eine dieser zwei Großlagen:
Erstens: eine massive Geldentwertung des Dollars, also hohe Inflation oder Währungsabwertung über mehrere Jahre.
Zweitens: eine extreme Flucht in Gold als ultimative Reserve, weil Investoren, Zentralbanken und Bürger Staatsanleihen, Banken oder Währungen nicht mehr vertrauen.
Am wahrscheinlichsten wäre in der Praxis eine Kombination aus beiden.
Szenario 1: Schuldenkrise der USA + Monetisierung + dauerhaft negative Realzinsen
Was konkret passieren müsste
  1. Die US-Staatsverschuldung steigt weiter und die Zinslast wird politisch und fiskalisch immer schwerer tragbar.
  2. Der Markt beginnt zu glauben, dass die USA ihre Schulden zwar nominal bedienen, aber real nur noch durch Inflation, Währungsabwertung oder finanzielle Repression entwerten können.
  3. Die Federal Reserve reagiert auf Rezession, Finanzstress oder Staatsfinanzierungsprobleme mit erneuten großen Liquiditätsspritzen, Bilanzausweitung oder indirekter Stützung des Anleihemarkts.
  4. Die Zinsen bleiben dabei unter der Inflationsrate, also werden die Realzinsen klar negativ.
  5. Institutionelle Anleger, Zentralbanken und private Investoren schichten in großem Stil von Anleihen und Cash in Gold um.
Wie weit sind wir davon entfernt?
Teilweise schon auf dem Weg, aber noch nicht am Kipppunkt.Die USA liegen bei knapp 39 Billionen US-Dollar Gesamtschulden. Das ist historisch extrem hoch. Gleichzeitig ist die Fed derzeit nicht im Modus „Geldflut um jeden Preis“, sondern hält den Leitzins bei 3,5 bis 3,75 %. Die US-Inflation liegt zuletzt bei 2,4 %, die Kerninflation bei 2,5 %. Das heißt: Die Realzinsen sind aktuell nicht tief negativ, sondern eher leicht positiv. Das ist gerade nicht das ideale Umfeld für eine Explosion auf 35.000.
Was dafür spricht, dass es trotzdem passieren könnte
Dafür spricht, dass der Schuldenberg bereits real ist und der Anleihemarkt sensibel reagiert. Zuletzt stiegen die US-Renditen wieder deutlich; der 10-jährige Treasury rentierte im März bei rund 4,4 %. Wenn künftig Rezession und hohe Finanzierungskosten zusammenfallen, könnte der politische Druck wachsen, die reale Last der Schulden über Inflation oder gedeckelte Zinsen zu entschärfen. Genau dann würde Gold strukturell profitieren.
Was dieses Szenario für 35.000 leisten würde
Allein dieses Szenario könnte Gold massiv treiben, aber für 35.000 bräuchte es wahrscheinlich mehr als nur „mehr Inflation“. Es bräuchte eine Phase, in der Investoren erkennen: Staatsanleihen sind nominell sicher, aber real nicht mehr vertrauenswürdig. Erst dann beginnt echte Flucht in Gold.
Szenario 2: Stagflation + Energie-/Kriegsschock + Politik kann weder richtig straffen noch richtig retten
Was konkret passieren müsste
  1. Ein großer geopolitischer Schock hält Energiepreise hoch oder treibt sie erneut stark nach oben.
  2. Wachstum schwächt sich gleichzeitig ab.
  3. Inflation bleibt hartnäckig.
  4. Die Notenbanken können die Zinsen nicht ausreichend senken, weil sie die Inflation sonst wieder anheizen würden.
  5. Gleichzeitig können sie auch nicht ausreichend straffen, weil dann Finanzsystem, Immobilienmarkt oder Staaten unter Druck geraten.
  6. Dieses „Policy Trap“-Umfeld treibt Anleger in Gold.
Wie weit sind wir davon entfernt?
Näher als viele denken, aber noch nicht extrem genug.Wir sehen bereits einen geopolitischen Schock im Nahen Osten, steigende Ölpreise und steigende Renditen. Gleichzeitig zeigt die jüngste Marktreaktion etwas Wichtiges: Gold ist trotz Krieg und Unsicherheit nicht einfach geradlinig explodiert, sondern war stark volatil und ist zeitweise sogar deutlich gefallen, als die Aussicht auf länger hohe Zinsen aufkam. Das zeigt: Der Markt ist noch nicht in kompletter Währungs- oder Anleihepanik.
Was dafür spricht, dass es passieren könnte
Wenn der aktuelle geopolitische Stress nicht nur kurzfristig bleibt, sondern in eine längere Phase hoher Energiepreise, schwächerer Konjunktur und fiskalischer Belastung übergeht, steigt die Wahrscheinlichkeit einer echten Stagflation. In so einem Umfeld wird Gold besonders attraktiv, weil weder Anleihen noch Cash noch klassische Risikoanlagen sauber funktionieren.
Was dieses Szenario für 35.000 leisten würde
Stagflation allein reicht eher für „viel höher“, aber nicht zwingend für 35.000. Für diese Marke müsste die Stagflation in eine systemische Vertrauenskrise kippen.
Szenario 3: Beschleunigte Entdollarisierung und Gold wird wieder geopolitische Reserve erster Klasse
Was konkret passieren müsste
  1. Große Zentralbanken bauen Dollarreserven schneller ab.
  2. Sie erhöhen stattdessen Goldbestände nicht nur zur Diversifikation, sondern aus strategischem Misstrauen gegen Sanktionen, Dollarabhängigkeit und geopolitische Verwundbarkeit.
  3. Immer mehr Staaten rechnen Energie, Rohstoffe oder bilateralen Handel außerhalb des Dollarraums ab.
  4. Das schwächt den strukturellen Status des Dollars als unangefochtene Reservewährung.
  5. Gold wird dadurch zunehmend als neutrale Reserve ohne Gegenparteirisiko behandelt.
Wie weit sind wir davon entfernt?
Dieses Szenario läuft bereits, aber langsam.Der Dollaranteil an den offiziellen Währungsreserven liegt laut IWF zuletzt bei 56,77 %. Das ist noch immer dominant, aber deutlich unter früheren Niveaus. Gleichzeitig bleibt die Goldnachfrage der Zentralbanken sehr hoch: 2025 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 863 Tonnen, und Gold machte laut EZB zuletzt mehr als 20 % der globalen offiziellen Goldnachfrage aus. Das heißt: Der Trend ist real, aber bislang ist er eher Erosion als Panikflucht.
Was dafür spricht, dass es passieren könnte
Seit 2022 hat sich Gold als geopolitisch „sanktionsresistenter“ Reservebaustein aufgewertet. Genau darauf verweist auch die EZB: Geopolitische Motive haben den offiziellen Goldkauf stark verstärkt. Wenn sich die Blockbildung der Weltwirtschaft vertieft, wäre ein beschleunigter Gold-Shift plausibel.
Was dieses Szenario für 35.000 leisten würde
Das ist eines der stärksten strukturellen Langfristszenarien, weil es nicht nur Privatanleger, sondern Staaten als Käufer aktiviert. Aber auch hier gilt: Für 35.000 bräuchte es Beschleunigung, nicht bloß Fortsetzung. Ein langsamer Rückgang des Dollaranteils reicht nicht. Es müsste zu einem sprunghaften Vertrauensbruch kommen.
Szenario 4: Finanzsystem-Unfall – Banken-, Kredit- oder Treasury-Markt-Stress
Was konkret passieren müsste
  1. Es kommt zu ernstem Stress im Treasury-Markt, im Schattenbankensystem oder im Kreditmarkt.
  2. Marktteilnehmer verlieren Vertrauen in die Liquidität und Stabilität eigentlich „sicherer“ Vermögenswerte.
  3. Margin Calls, Zwangsverkäufe und Liquiditätsengpässe verbreiten sich.
  4. Staaten und Notenbanken müssen mit Notfallprogrammen, Garantien oder Marktstützung reagieren.
  5. Nach der ersten Liquidationsphase dreht der Markt von „alles verkaufen“ in „nur noch echtes Reserve-Asset halten“ – und dann wird Gold massiv gesucht.
Wie weit sind wir davon entfernt?
Nicht akut, aber die Spannungen sind sichtbar.Der Bondmarkt sendet laut mehreren Marktbeobachtungen bereits Stresssignale. Die Renditen sind gestiegen, die Volatilität im Anleihemarkt ist erhöht, und der Kriegsschock hat die klassische Schutzfunktion von Anleihen zeitweise geschwächt. Trotzdem sind wir aktuell noch nicht in einem offenen Funktionsbruch des Treasury-Marktes.
Was dafür spricht, dass es passieren könnte
Je höher Schulden, Defizite, Zinsen und geopolitische Unsicherheit gleichzeitig sind, desto empfindlicher wird das System. Wenn man gleichzeitig hohe Staatsfinanzierungsbedarfe, teure Energie, schwächere Konjunktur und Kreditstress bekommt, kann aus einem „Marktproblem“ ein „Vertrauensproblem“ werden. Dann wäre Gold einer der natürlichen Gewinner.
Was dieses Szenario für 35.000 leisten würde
Ein Systemunfall wäre wahrscheinlich der schnellste Weg zu extremen Goldpreisen. Aber oft fällt Gold in der allerersten Panikphase zunächst mit, weil Liquidität gebraucht wird. Für 35.000 müsste danach eine zweite Phase folgen: Staats- und Notenbankreaktion plus Vertrauensverlust in Papieransprüche.
Szenario 5: Geldentwertung ohne offene Hyperinflation – der „langsamer, aber gewaltiger“ Weg
Was konkret passieren müsste
  1. Die Welt bekommt keine einzelne Katastrophe, sondern viele kleinere Schocks.
  2. Schulden steigen weiter, Wachstum bleibt mittelmäßig, Fiskalpolitik bleibt expansiv.
  3. Zentralbanken halten die Finanzstabilität höher als harte Geldwertstabilität.
  4. Über Jahre verliert Papiergeld real an Wert, ohne dass es sofort wie Weimar aussieht.
  5. Gold wird nicht panisch, sondern stetig als Wertspeicher und Alternativreserve umgewichtet.
Wie weit sind wir davon entfernt?
Näher als beim offenen Kollaps.Genau dafür sprechen die heutigen Daten bereits teilweise: Rekord-Goldnachfrage, hohe ETF-Zuflüsse von 801 Tonnenim Jahr 2025, 863 Tonnen Zentralbankkäufe, 53 neue Rekordhochs im Goldpreis 2025 und gleichzeitig eine Welt mit dauerhaft hohen fiskalischen und geopolitischen Spannungen. Das System funktioniert noch, aber immer mehr Akteure sichern sich bereits ab.
Was dafür spricht, dass es passieren könnte
Das ist wahrscheinlich der plausibelste Langfristpfad, weil er keinen totalen Crash voraussetzt. Er setzt nur voraus, dass die Welt weiter in Richtung höherer Schulden, höherer Unsicherheit und schrittweiser Reserve-Diversifikation läuft. Gold ist dafür bereits heute der offensichtliche Profiteur.
Was dieses Szenario für 35.000 leisten würde
Allein dieser Pfad könnte Gold stark steigen lassen, aber 35.000 wäre selbst hier eher nur erreichbar, wenn zusätzlich irgendwann ein politischer oder monetärer Kipppunkt dazukommt. Ohne so einen Kipppunkt ist eher ein sehr hoher, aber nicht apokalyptischer Goldpreis plausibel.
Wo stehen wir heute wirklich?
Was schon klar in Richtung Kiyosaki spricht
Wir haben bereits:
  • einen Goldpreis auf historisch extremem Niveau von rund 4.500 US-Dollar,
  • eine US-Gesamtverschuldung von knapp 39 Billionen US-Dollar,
  • einen sinkenden, wenn auch weiterhin dominanten Dollaranteil an den Weltreserven von 56,77 %,
  • rekordnahe Zentralbankkäufe und Rekord-Gesamtnachfrage nach Gold,
  • geopolitische Eskalation und Stresssignale im Bondmarkt.
Das sind keine normalen Vorbedingungen. Das ist bereits ein Umfeld, in dem Gold strukturell Rückenwind hat.
Was gegen einen baldigen Sprung auf 35.000 spricht
Es fehlen derzeit aber noch die entscheidenden Eskalationsstufen:
  • Die US-Inflation ist mit 2,4 % nicht außer Kontrolle.
  • Die Fed hält die Zinsen noch bei 3,5–3,75 % und ist nicht in offenem Krisen-Monetisierungsmodus.
  • Der Treasury-Markt ist gestresst, aber noch nicht gebrochen.
  • Der Dollar verliert strukturell Gewicht, aber wird nicht panisch abgestoßen.
  • Selbst im aktuellen Kriegsumfeld war Gold sehr volatil und fiel zeitweise deutlich, was zeigt, dass der Markt noch stark auf Zinsen und Liquidität reagiert, nicht nur auf Systemangst.
Darum ist die ehrliche Lageeinschätzung: Wir sind heute deutlich näher an einem sehr bullischen Goldumfeld als an einem 35.000-Dollar-Endspiel.
Was müsste als Nächstes passieren, damit Kiyosakis Weg realistisch wird?
Die Frühwarnzeichen, auf die man achten müsste, wären diese:
Erstens: Der US-Anleihemarkt wird trotz schwächerer Konjunktur nicht mehr ruhig, sondern Renditen bleiben hoch oder steigen weiter.
Zweitens: Die Inflation zieht wieder an, während die Notenbanken trotzdem nicht konsequent straffen können.
Drittens: Zentralbanken beschleunigen ihre Goldkäufe noch stärker, während der Dollaranteil der Reserven schneller fällt.
Viertens: Es kommt zu einem Kredit- oder Treasury-Marktunfall, der staatliche Rettung oder implizite Monetisierung erzwingt.
Fünftens: Gold steigt nicht nur wegen Geopolitik, sondern weil Anleihen, Cash und andere klassische Sicherheitsanker gleichzeitig Vertrauen verlieren.
Wenn diese fünf Dinge zusammenlaufen, dann bewegt man sich vom normalen Goldbullenmarkt in das Gebiet, in dem ein Preis wie 35.000 US-Dollar überhaupt denkbar wird.
Mein Gesamturteil
Kann 35.000 passieren?
Ja, theoretisch.Reicht dafür das heutige Umfeld schon aus?
Nein. Ist die Welt bereits in die richtige Richtung gekippt, damit so etwas irgendwann möglich wird? Teilweise ja.
Am stärksten sprechen heute für Kiyosakis Grundgedanke:
  • die Schuldenlage,
  • die strukturelle Goldnachfrage der Zentralbanken,
  • die geopolitische Blockbildung,
  • und die Tatsache, dass Gold bereits jetzt auf extrem hohem Niveau notiert.
Am stärksten gegen ein baldiges Eintreffen sprechen:
  • noch positive reale Kurzfristzinsen,
  • keine außer Kontrolle geratene Inflation,
  • kein offener Bruch des Dollar- und Treasury-Systems.
Die sauberste Formulierung wäre deshalb:Gold bei 35.000 US-Dollar braucht nicht einfach „mehr Krise“, sondern einen Übergang von Krise zu echtem Vertrauensbruch im Geld- und Schuldsystem. Genau dieser Übergang ist heute noch nicht eingetreten, aber einige seiner Vorbedingungen sind bereits sichtbar.
Ich stelle dir jetzt eine praktische Ampel-Liste zusammen: 10 beobachtbare Indikatoren, mit denen du monatlich prüfen kannst, ob wir uns eher von Kiyosakis Szenario entfernen oder darauf zubewegen.
Leselogik:
Grün = spricht eher gegen das 35.000-Szenario.
Gelb = Vorwarnstufe.
Rot = Systembruch-Risiko steigt deutlich.
1. US-Inflation
Warum wichtig: Gold explodiert eher dann, wenn Geld sichtbar an Kaufkraft verliert.Aktuell: US-CPI liegt bei 2,4 %, Kerninflation bei 2,5 %. Das ist erhöht, aber keine Geldentwertungskrise. Ampel:
  • Grün: unter 3 %
  • Gelb: 3–5 %
  • Rot: über 5 %, vor allem wenn es wieder steigt
2. Realzinsen in den USA
Warum wichtig: Gold liebt negative Realzinsen.Aktuell: Die Fed hält den Leitzins bei 3,5–3,75 %, während die Inflation bei 2,4 % liegt. Das spricht derzeit eher gegen einen explosiven Goldsprung. Ampel:
  • Grün: Leitzins klar über Inflation
  • Gelb: etwa gleichauf
  • Rot: Leitzins deutlich unter Inflation über längere Zeit
3. 10-jährige US-Staatsanleiherendite
Warum wichtig: Steigende Renditen können auf Vertrauensstress im Bondmarkt hindeuten.Aktuell: Die 10-jährige US-Rendite lag zuletzt bei rund 4,44–4,45 % und damit auf einem Mehrmonatshoch. Das ist ein Warnsignal, aber noch kein Zusammenbruch. Ampel:
  • Grün: unter 4 %
  • Gelb: 4–5 %
  • Rot: über 5 %, vor allem bei schwacher Konjunktur oder schwachen Auktionen
4. Nachfrage nach US-Treasuries bei Auktionen
Warum wichtig: Wenn der Markt US-Staatsanleihen nicht mehr sauber aufnimmt, wird es heikel.Aktuell: Es gab zuletzt die schwächsten Treasury-Auktionen seit über drei Jahren. Das ist eines der klarsten Frühwarnzeichen. Ampel:
  • Grün: normale Nachfrage, stabile Auktionen
  • Gelb: wiederholt schwächere Auktionen
  • Rot: deutlich schwache Auktionen plus steigende Renditen plus politische Unruhe
5. Fed-Haltung: Straffung oder versteckte Krisenrettung?
Warum wichtig: Für Gold 35.000 braucht es meist den Übergang von normaler Geldpolitik zu Krisenmodus.Aktuell: Die Fed ist noch nicht im offenen Rettungsmodus. Reuters berichtet, dass Fed-Gouverneur Barr eher längere Zeit stabile Zinsen wegen Inflationsrisiken sieht. Ampel:
  • Grün: normale Geldpolitik, Inflationsbekämpfung glaubwürdig
  • Gelb: unklare Kommunikation, Markt preist Rettung ein
  • Rot: Notfallprogramme, Anleihemarkt-Stützung, abrupte Bilanzausweitung
6. Goldkäufe der Zentralbanken
Warum wichtig: Wenn Staaten selbst Gold horten, ist das ein strukturelles Misstrauenssignal.Aktuell: Zentralbanken kauften 2025 laut World Gold Council 863 Tonnen Gold. Das bleibt historisch sehr hoch. Ampel:
  • Grün: rückläufige Käufe
  • Gelb: stabil hohe Käufe
  • Rot: erneute Beschleunigung deutlich über die jüngsten Rekordjahre
7. Dollaranteil an den Weltreserven
Warum wichtig: Gold 35.000 wird viel wahrscheinlicher, wenn der Dollar als Reserveanker erodiert.Aktuell: Der US-Dollar-Anteil an den offiziellen Währungsreserven liegt bei 56,77 % in Q4 2025. Das ist noch dominant, aber klar unter früheren Niveaus. Ampel:
  • Grün: stabil oder steigend
  • Gelb: langsamer Rückgang
  • Rot: schneller Rückgang über mehrere Quartale bei gleichzeitig hohen Goldkäufen
8. Ölpreis / Energieschock
Warum wichtig: Ein Energieschock kann Inflation, Rezession und Fiskalstress gleichzeitig auslösen.Aktuell: Wegen des Iran-Kriegs sprang Brent zeitweise auf über 107 US-Dollar, es wurden sogar 200-Dollar-Szenariendiskutiert. Das ist ein ernstes Risiko für Stagflation. Ampel:
  • Grün: unter 90 $
  • Gelb: 90–120 $
  • Rot: über 120 $ und länger anhaltend
9. Goldpreis selbst
Warum wichtig: Der Markt zeigt oft früh, ob er nur „unsicher“ ist oder schon Systemangst einpreist.Aktuell: Gold lag zuletzt bei rund 4.552 US-Dollar. Das ist extrem hoch, aber noch weit weg von 35.000. Ampel:
  • Grün: Seitwärts oder Rücksetzer unter frühere Hochs
  • Gelb: neue Hochs bei geopolitischem Stress
  • Rot: parabolischer Anstieg trotz hoher Zinsen und starkem Dollar
10. Kombination aus Krieg + Inflation + Bondmarkt-Stress
Warum wichtig: Das 35.000-Szenario kommt wahrscheinlich nicht durch ein einzelnes Problem, sondern durch die Gleichzeitigkeit mehrerer Brüche.Aktuell: Genau diese Mischung ist teilweise schon sichtbar: Kriegsschock, höhere Ölpreise, hohe Renditen und ein Bondmarkt, der nicht mehr sauber als sicherer Hafen funktioniert. Das ist der bislang stärkste Punkt auf Kiyosakis Seite. Ampel:
  • Grün: nur ein isoliertes Problem
  • Gelb: zwei Probleme gleichzeitig
  • Rot: Krieg, Inflation, schwache Anleihemärkte und geldpolitische Handlungsunfähigkeit zugleich
Meine Einordnung heute
Der aktuelle Stand ist eher Gelb als Rot.
Dafür spricht: Gold ist schon extrem hoch, Zentralbanken kaufen massiv, der Dollar verliert langsam Reservemarktanteile, und der Bondmarkt zeigt Stress. Dagegen spricht: Die US-Inflation ist noch nicht außer Kontrolle, die Fed ist noch nicht im offenen Krisenrettungsmodus, und der Dollar ist weiterhin die dominante Reservewährung.
Die entscheidende Schwelle wäre erreicht, wenn du gleichzeitig Folgendes siehst:
Inflation steigt wieder,
Realzinsen kippen negativ,
Treasury-Auktionen schwächeln weiter,
Zentralbanken kaufen noch aggressiver Gold, und die Fed muss trotz Inflation in einen Rettungsmodus. Dann wird aus einem starken Goldmarkt ein echtes Systembruch-Szenario.
Kompakte Monats-Checkliste im Tabellenformat - siehe Bild 3
Monatsregel für dich
Kiyosaki-Zone fern:Wenn 7–10 Punkte auf Grün stehen.
Frühe Warnzone:Wenn 4–6 Punkte auf Gelb stehen und besonders Renditen, Öl und Zentralbank-Goldkäufe hoch bleiben.
Heiße Vorstufe zu 35.000 $:Wenn mindestens 4 Kernindikatoren gleichzeitig Rot werden:
  1. Inflation steigt wieder deutlich,
  2. Realzinsen kippen negativ,
  3. Treasury-Markt schwächelt offen,
  4. Fed geht in Rettungsmodus,
  5. Zentralbanken kaufen noch aggressiver Gold,
  6. Dollar verliert schneller Reservestatus.
Meine Einordnung heute
Gesamtampel aktuell: Gelb.Noch kein 35.000-$-Signal. Aber auch keine Entwarnung. Gold ist bereits extrem hoch, die Schuldenlage ist angespannt, Zentralbanken kaufen massiv, und der Anleihemarkt sendet Warnzeichen. Was noch fehlt, ist der eigentliche Systembruch: negative Realzinsen plus Vertrauensverlust in Treasuries und Dollar zugleich.
Nehmen wir einmal an, die USA würden im Krieg gegen den Iran mehrere US-Basen, einen oder mehrere Flugzeugträger, Flugabwehrsysteme usw. verlieren.
Die Folge wäre, dass sie sich aus Nahost wie ein Verlierer zurückziehen müssten.
Das Image der Weltmacht würde dadurch sehr beschädigt werden.
Ich will damit sagen, dass nicht unbedingt die veröffentlichten Inflationszahlen eine Rolle spielen, wenn das Vertrauen in die USA, den Dollar und die Verteidigungsfähigkeit gravierend abnehmen würde. Dann könnte das Negativszenario wesentlich schneller eintreten.
Was ist deine Meinung?
Meine Meinung ist:
Wenn die USA in einem Krieg gegen den Iran sichtbar militärisch scheitern würden, etwa durch den Verlust mehrerer Basen, schwerer Marineeinheiten oder eines erzwungenen Rückzugs aus dem Nahen Osten, dann könnte das Kiyosaki-Szenario deutlich schneller eintreten, als es reine Inflations- oder Zinsdaten heute vermuten lassen. Der Grund ist einfach: Reservewährungen beruhen nicht nur auf Wirtschaftsstatistiken, sondern auch auf Macht, Glaubwürdigkeit, militärischer Schutzfähigkeit, Bündnissystemen und Vertrauen in die Ordnungsmacht hinter der Währung.
Der wichtige Punkt ist:
Ein Reservewährungs-System kippt selten zuerst in den offiziellen Daten. Es kippt oft zuerst im Vertrauen. Wenn große Marktteilnehmer zu glauben beginnen, dass die USA zwar noch Schulden ausgeben können, aber ihre geopolitische Abschreckung, ihre Sicherheitsgarantien und damit einen Teil ihrer globalen Führungsrolle verlieren, dann kann das psychologisch und kapitalmarktseitig viel schneller wirken als ein langsamer Anstieg der CPI-Inflation.
Das spricht auch zur aktuellen Lage: Der Krieg belastet bereits jetzt Aktien, Anleihen und Energiepreise gleichzeitig. Die Straße von Hormus ist ein zentraler Auslöser des Öl- und Inflationsschocks, Brent stieg im März zeitweise auf über 112 US-Dollar, und zugleich sind US-Treasuries nicht sauber als klassischer sicherer Hafen gelaufen, weil Inflations- und Fiskalsorgen die Renditen nach oben gedrückt haben. Das zeigt: Schon ohne ein sichtbares US-Desaster ist das Vertrauen nicht stabil, sondern angespannt.
Meine Meinung deshalb klar:
Ein schwerer, symbolisch verheerender US-Rückschlag im Iran-Krieg wäre kein normales geopolitisches Ereignis, sondern potenziell ein Vertrauensbruch-Ereignis. Und genau so etwas wäre einer der schnellsten Wege, um Gold nicht nur wegen Inflation, sondern wegen eines plötzlichen Zweifels am Dollar- und Sicherheitsanker USA stark nach oben zu treiben.
Aber: Für 35.000 US-Dollar je Unze würde auch ein solches Ereignis allein wahrscheinlich noch nicht reichen. Es müsste daraus eine Kettenreaktion entstehen:
Erstens müssten die Märkte den militärischen Rückschlag nicht als isolierte Niederlage, sondern als Signal eines strukturellen Machtverlusts interpretieren.
Zweitens müssten wichtige Staaten und große Kapitalhalter daraus folgern, dass der Dollar langfristig weniger unangreifbar ist.
Drittens müsste das wahrscheinlich mit einem Öl- und Energieschock zusammenfallen, der Inflation und Renditen zugleich nach oben zieht.
Viertens müsste dadurch der Stress im Treasury-Markt zunehmen, also genau in dem Markt, auf dem das Vertrauen in die USA finanziell sichtbar wird.
Fünftens müsste die Fed oder die US-Regierung irgendwann in einen Modus geraten, in dem sie stabilisieren müssen, obwohl die Inflation oder das Staatsdefizit das eigentlich verbietet. Erst dann entsteht das, was Gold extrem treibt: der Eindruck, dass die USA zwischen Geldwertstabilität und Systemrettung wählen müssen — und sich für die Systemrettung entscheiden.
Genau deshalb ist dein Einwand stark:
Man muss nicht warten, bis die offiziellen Inflationszahlen „rot“ blinken. Der Markt kann viel früher umschalten, wenn das Vertrauen in die amerikanische Machtprojektion und Sicherheitsgarantie beschädigt wird. Das gilt besonders deshalb, weil der Dollar nicht nur eine Währung ist, sondern das Finanzzentrum eines geopolitischen Systems. Wird dieses System sichtbar verwundbar, kann Gold sehr viel schneller zu einer Art „Misstrauensbarometer“ werden.
Zur Einordnung der aktuellen Lage:
Wir sind von deinem beschriebenen Extremfall noch entfernt. Es gibt derzeit Berichte über getötete und verwundete US-Soldaten, Angriffe auf US-Stützpunkte und anhaltenden militärischen Widerstand Irans, aber nicht über den von dir beschriebenen Verlust mehrerer Flugzeugträger oder einen offenen, demütigenden strategischen Zusammenbruch der USA. Reuters-bezogene Berichte deuten vielmehr darauf hin, dass Iran weiter über erhebliche Raketen- und Drohnenkapazitäten verfügt und der Krieg wirtschaftlich sowie militärisch belastend bleibt.
Deshalb meine präzise Antwort auf deine eigentliche Frage:
Ja, ein gravierender militärischer Prestige- und Machtverlust der USA könnte das Negativszenario wesentlich beschleunigen.
Nicht, weil dann automatisch morgen Hyperinflation kommt, sondern weil ein solcher Schock das Fundament des Dollars angreifen würde: Vertrauen in amerikanische Stärke, Schutzfähigkeit und Systemdominanz.
Wenn danach auch noch Öl, Anleihemärkte und Geldpolitik kippen, wäre das einer der realistischsten Schnellwege in Richtung eines extremen Goldpreises.
Die kürzeste Formulierung wäre:Inflation ist nicht der einzige Auslöser. Ein schwerer geopolitisch-militärischer Vertrauensbruch kann der Zünder sein — Inflation, Bondstress und Dollarabwertung wären dann die Beschleuniger.
Militärische Demütigung der USA:
Was passiert?
Unter deiner Annahme — also nicht bloß „Krieg läuft weiter“, sondern sichtbare militärische Demütigung der USA mit schwerem Prestigeverlust und Zweifel an der Schutzmachtfunktion des Dollars — würde ich den möglichen Weg zu 35.000 US-Dollar nicht als linearen Preisanstieg sehen, sondern als Kaskade in fünf Phasen.
Wichtig vorweg: Das ist kein Basisszenario, sondern ein Extremszenario. Der heutige Markt liegt bei rund 4.500 US-Dollar je Unze, und selbst große Banken, die aktuell schon sehr bullish sind, liegen für Ende 2026 eher im Bereich von etwa 6.300 US-Dollar als Extremziel unter dem bestehenden Kriegs- und Schuldenumfeld. Das heißt: Alles oberhalb davon braucht nicht nur mehr Angst, sondern einen Vertrauensbruch.
Meine Kernaussage
Ja, wenn die USA militärisch sichtbar scheitern und die Welt das als Schwächung der amerikanischen Ordnungsmacht interpretiert, dann kann Gold sehr viel schneller steigen als über die klassische Inflationsroute.
Aber der Weg zu 35.000 braucht fast sicher diese Reihenfolge:
militärischer Schock → Öl-/Inflationsschock → Treasury-Stress → Vertrauensverlust in Dollar-Assets → Fed/US-Staat müssen stabilisieren → Gold wird monetäres Krisenasset.
Phase 1: Die ersten 48 Stunden nach einer sichtbaren US-Niederlage
Wenn wirklich mehrere US-Basen zerstört würden, ein großer Trägerverband schwer getroffen würde oder die USA zu einem chaotischen Rückzug gezwungen wären, dann würde der Markt zuerst nicht „sauber“ denken, sondern reflexartig.
Öl wäre vermutlich der erste große Preisschock. Reuters berichtet schon jetzt bei einem deutlich weniger extremen Kriegsverlauf von Brent-Preisen über 112 US-Dollar und verweist auf 200-Dollar-Szenarien, falls die Hormus-Krise eskaliert. In deinem Szenario würde der Markt sofort einpreisen, dass die USA die Seewege und die regionale Ordnung womöglich nicht mehr kontrollieren können.
Gold würde in dieser ersten Phase wahrscheinlich sprunghaft, aber chaotisch steigen. Meine Einschätzung wäre: erstes Ziel 5.500 bis 7.000 US-Dollar binnen Stunden bis wenigen Tagen. Das klingt extrem, wäre aber noch immer im Rahmen eines Panikaufschlags auf einen Markt, der ohnehin schon nahe historischer Höchststände notiert und bei dem selbst JPMorgan im aktuellen Umfeld bereits 6.300 US-Dollar bis Ende 2026 für denkbar hält.
Der Dollar könnte in den allerersten Stunden sogar nicht sofort einbrechen, weil er oft zunächst noch reflexhaft als Liquiditätsanker gekauft wird. Reuters hat im aktuellen Krieg ja sogar gezeigt, dass der Dollar zunächst wieder Safe-Haven-Nachfrage bekam. Genau deshalb wäre der erste Goldsprung wahrscheinlich nicht wegen sofortiger Dollar-Kapitulation, sondern wegen Schock, Öl und Flucht in harte Assets.
Phase 2: Die ersten 2 bis 6 Wochen
Hier entscheidet sich, ob das Ganze „nur“ ein Kriegsereignis bleibt — oder zum Systemereignis wird.
Wenn die USA militärisch beschädigt wirken, aber ihre Allianzen, ihre Marinepräsenz und ihre Finanzmärkte stabil bleiben, dann könnte Gold nach dem ersten Spike wieder deutlich zurückfallen. Reuters hat in den letzten Wochen gezeigt, dass Gold trotz Krieg nicht einfach nur steigt, sondern auch stark korrigieren kann, wenn Liquidität, Renditen oder Positionierungen dagegenarbeiten.
Wenn aber in diesen Wochen gleichzeitig diese Dinge passieren,
  • Öl bleibt hoch oder steigt weiter,
  • Treasury-Auktionen werden schwach,
  • Renditen steigen trotz geopolitischer Krise,
  • ausländische Kapitalhalter reduzieren Treasury-Käufe,
  • die USA müssen weitere Milliarden für Krieg und Stabilisierung ausgeben,
dann würde aus dem Schock eine Vertrauenskrise. Die US-Schulden liegen schon heute bei knapp 39 Billionen US-Dollar. Wenn darauf ein militärischer Prestigeverlust trifft, wird der Bondmarkt plötzlich politisch gelesen, nicht nur ökonomisch.
In diesem Fenster würde ich Gold bei echtem Vertrauensbruch im Bereich von 7.000 bis 10.000 US-Dollar sehen. Das wäre die Zone, in der die Märkte sagen:„Das ist nicht mehr nur Krieg. Das ist ein Bruch in der Schutzmachtfunktion der USA.“Dann würde Gold beginnen, nicht nur ein Rohstoff oder Inflationsschutz zu sein, sondern eine Misstrauenswährung.
Phase 3: 2 bis 6 Monate später
Das ist die entscheidende Phase.
Bis hierhin kann Gold durch Schock, Panik und Öl steigen. Ab hier braucht es für weitere Vervielfachungen die politische und monetäre Reaktion der USA.
Der heutige Hintergrund ist noch relativ stabil: Die Fed hält den Leitzins aktuell bei 3,5 bis 3,75 %, und die US-Inflation lag zuletzt bei 2,4 %, Kerninflation bei 2,5 %. Das ist aktuell gerade nicht das Umfeld für Gold bei 35.000. Damit wir in Phase 3 richtig nach oben gehen, müsste sich das drehen: Öl müsste in die Inflation durchschlagen, Wachstumsangst müsste zunehmen, und gleichzeitig dürfte die Fed nicht frei handeln können.
Wenn der Markt dann zu dem Schluss kommt,
  • die USA können weder hart gegen Inflation kämpfen,
  • noch können sie einen Bondmarktstress zulassen,
  • und sie müssen am Ende Stabilität über Geldwert stellen,
dann kippt das Narrativ von „starker Staat mit Problemen“ zu„der Staat muss sein Finanzsystem retten, selbst wenn der Dollar dafür entwertet wird“.
In so einer Phase halte ich 10.000 bis 15.000 US-Dollar für plausibel.Nicht als Dauerpreis über Nacht, aber als Krisenzone, in der Gold für große Marktteilnehmer zur monetären Rückversicherung wird.
Phase 4: 6 bis 18 Monate
Ab hier sprechen wir nicht mehr über Kriegsangst, sondern über Neuordnung des Vertrauenssystems.
35.000 erreicht man nicht, weil ein Flugzeugträger sinkt.35.000 erreicht man, wenn die Welt in den Monaten danach beginnt, systematisch anders zu sparen und zu reservieren.
Dafür müssten wahrscheinlich mehrere Dinge sichtbar werden:
  • Zentralbanken beschleunigen Goldkäufe deutlich über das ohnehin schon hohe Niveau von 863 Tonnen 2025,
  • der Dollaranteil an Weltreserven, zuletzt 56,77 %, fällt schneller,
  • Treasury-Märkte wirken politisch fragil,
  • Energiepreise bleiben strukturell höher,
  • und die US-Fiskalposition wird noch sichtbar schwächer.
In diesem Stadium würde ich Gold im Bereich von 15.000 bis 22.000 US-Dollar verorten.Das wäre die Zone, in der Gold de facto beginnt, einen Teil der Funktion zu übernehmen, die normalerweise Staatsanleihen und Devisenreserven haben.
Das ist der Punkt, an dem auch Bitcoin, Silber und andere knappe Assets wahrscheinlich extrem mitziehen würden — aber Gold hätte den Vorteil, dass es bereits offizielle Reservefunktion hat und von Zentralbanken direkt gekauft werden kann.
Phase 5: 18 bis 36 Monate — der Weg zu 35.000
Hier wird es wirklich extrem.
35.000 US-Dollar pro Unze sind aus meiner Sicht erst dann plausibel, wenn aus der Krise faktisch ein monetärer Regimewechsel wird. Das kann auf verschiedene Arten passieren:
  • offene oder verdeckte Monetisierung von Staatsdefiziten,
  • Yield Curve Control oder andere Formen der Bondmarkt-Stützung,
  • dauerhaft negative Realzinsen,
  • Kapitalkontrollen in einzelnen Regionen,
  • beschleunigte Abkehr wichtiger Staaten vom Dollar,
  • oder eine neue informelle Gold-Referenz im globalen Reservedenken.
Dann wäre Gold nicht mehr bloß teuer.
Dann würde Gold beginnen, den Vertrauensverlust in Papieransprüche selbst abzubilden.
In so einem echten Endspiel sehe ich die Schritte eher so:
  • 22.000–25.000: wenn Gold vom Krisenasset zum Reserveträger wird,
  • 25.000–30.000: wenn Bond- und Währungsvertrauen gleichzeitig weiter erodieren,
  • 30.000–35.000: wenn das System bereits in einer Art stiller monetärer Neuordnung lebt.
Meine konkrete Prognose in deiner Annahme
Unter deinem Extremszenario wäre meine grobe Pfad-Prognose:
0–7 Tage:Gold 5.500–7.000 US-Dollar.Getrieben von Schock, Öl, Krisennachfrage, möglicher Schließung/Unsicherheit um Hormus.
2–6 Wochen:Gold 7.000–10.000 US-Dollar, falls Bondmarkt und Dollarvertrauen anfangen mitzuwackeln.Ohne diese Anschlussreaktion eher Rückfall Richtung erstes Spike-Niveau.
2–6 Monate:Gold 10.000–15.000 US-Dollar, wenn Inflationserwartungen hochspringen, Treasuries schwächer werden und die Fed zwischen Inflation und Rettung gefangen ist.
6–18 Monate:Gold 15.000–22.000 US-Dollar, wenn Zentralbanken und große Kapitalhalter den Dollar strukturell geringer gewichten und Gold als Reserve noch stärker akkumulieren.
18–36 Monate:Gold 22.000–35.000 US-Dollar, aber nur wenn die Krise nicht gelöst, sondern in ein neues Geld- und Schuldenregime „überführt“ wird. Das ist der Abschnitt, in dem aus Kriegsniederlage plus Schuldenproblem ein echtes Monetärsystemproblem werden müsste.
Der wichtigste Punkt dabei
Ich würde 35.000 nicht als unmittelbare Kriegsreaktion erwarten. Ich würde es als späten Preis eines Vertrauenszerfalls erwarten.
Der militärische Schlag wäre in deinem Szenario der Zünder.
Der Ölpreisschock wäre der Beschleuniger.
Der Bondmarkt wäre der Richter.
Und die Fed wäre der Schlüssel, ob daraus eine normale Krise oder ein monetärer Umbruch wird.
Meine ehrlichste Kurzfassung lautet daher:
Ja, unter deiner Annahme könnte Gold sehr schnell von 4.500 auf 7.000 oder sogar 10.000 springen.
Der Weg von 10.000 zu 35.000 wäre dann aber kein Kriegs-Trade mehr, sondern das Ergebnis einer anschließenden Kettenreaktion aus Öl, Inflation, Treasury-Stress, politischer Systemrettung und schwindendem Dollarvertrauen.
Ich kann dir als Nächstes ein Szenario-Diagramm mit Triggern bauen: also „wenn X passiert, dann ist 7.000 wahrscheinlich; wenn zusätzlich Y passiert, dann 10.000; wenn Z dazukommt, dann 15.000+“.
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8 comments
Horst D. Deckert
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Robert Kiyosaki: Gold steigt auf 35.000 US-Dollar! – Was muss konkret passieren, welche Ereignisse müssen eintreten, damit Robert Kiyosaki recht hat?
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