Jahrzehntelang war die globale Finanzarchitektur fest in amerikanischer Hand. Wer internationale Geschäfte abwickeln wollte, kam am US-Dollar und dem SWIFT-Netzwerk kaum vorbei. Doch nun arbeitet China offenbar daran, diese Ordnung grundlegend zu verändern.
Wie die Financial Times berichtet, steht die digitale Zahlungsplattform mBridgekurz vor der kommerziellen Einführung. Das System wurde entwickelt, um grenzüberschreitende Zahlungen mithilfe digitaler Zentralbankwährungen (CBDCs) direkt zwischen teilnehmenden Ländern abzuwickeln – schneller, günstiger und ohne den Umweg über den Dollar. An dem Projekt sind unter anderem die Zentralbanken von China, Hongkong, Thailand, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien beteiligt. Während SWIFT bislang als Rückgrat des internationalen Zahlungsverkehrs gilt, könnte mBridge zu einer alternativen Infrastruktur werden, die sich zunehmend dem Einfluss Washingtons entzieht.
Bereits jetzt wurden über die Plattform laut dem Bericht Transaktionen im Umfang von rund 470 Milliarden Yuan, umgerechnet etwa 69 Milliarden US-Dollar, abgewickelt. Die Gebühren sollen dabei deutlich unter denen traditioneller Systeme liegen.
Das Ende des Dollar-Monopols?
Die eigentliche Bedeutung von mBridge geht jedoch weit über technische Innovation hinaus.