Wollte schon länger Claude MCP mit Higgsfield ausprobieren. Hier mein kleiner Test – ein ca. 24-Sek Videoclip, cinematisch, B&W mit Selective Color, “Train Stops For Whisky”-Konzept.
Grundlage: Die ursprüngliche Bildidee (Typ auf Dampflok-Cowcatcher, Forced-Perspective) kommt nicht von mir – das hab ich von stibitzt. Fand die Bildsprache so stark, dass ich daraus eine Geschichte bauen wollte. Storyline um das Whisky-Glas ist dann von mir dazu entwickelt. Workflow:
1. Konzept & Story-Beats mit Claude entwickelt – Hook (Whisky-Glas auf Schiene), Approach, Stop, Payoff (er trinkt, wirft Glas weg, grinst).
2. 6 Keyframes mit Nano Banana Pro 2 generiert. Pro Shot: Wide Establishing, Macro Whisky, Iconic Forced Perspective, Lok-Rad-Bremsen-Closeup, Hand greift Glas, Trinken & Grinsen.
3. Glas als Master-Reference separat generiert, dann als Continuity-Anker für alle Keyframes mit Glas im Bild.
4. Mein Selfie als Face-Reference dazu für Identity-Lock, weil das Modell sonst random bärtige Männer rendert.
5. Videos mit Kling 3.0 Pro (multi-shot) und Seedance 2.0 (reference-driven für den Trink-Grin-Clip mit Start+End-Frame-Morph).
6. Schnitt selbst gemacht, Audio gemutet (Seedance lässt sich nicht ohne Sound generieren, Kling schon).
Was nicht so smooth lief – Claude hat geschlampt:
Ehrliche Ansage: trotz guter Einweisung am Anfang hat Claude bei mehreren Sachen patzig gearbeitet.
• Master-Reference fürs Glas hätte er von sich aus vorschlagen müssen, kam erst nachdem ich’s eingefordert habe. Resultat: in den ersten Keyframes 3 verschiedene Gläser → Continuity tot.
• Multi-Shot vs. Start/End-Frame: hat behauptet, beides ginge gleichzeitig bei Kling 3.0. Stimmt nicht. Hätte er VOR der Empfehlung checken müssen.
• Prompt-Backfires: “no boots, no feet, no legs” sollte foreground forced-perspective rauskriegen – das Modell hat dem Typen daraufhin die Beine abgeschnitten. Klassischer Negativ-Prompt-Fail.
• Räumliche Logik: Lok-Räder schwebten neben der Schiene, Glas auf einer Schiene während die Lok auf einer anderen lief, random Geisterstiefel im Frame. Mehrfach.
Hätte ich jedes Mal vor dem Generate-Klick selbst gegengelesen, wäre das aufgefallen. Hab ich aber nicht – um Zeit zu sparen, direkt Generate. Ergebnis: einige Credits verbrannt, dafür aber einen Haufen Material für verschiedene Töne und Varianten.
Verdict: Claude MCP + Higgsfield ist ein mächtiges Tool, aber kein Autopilot. Wer effizient damit arbeiten will, muss bei jedem Prompt mitlesen und Spatial Logic + Negativ-Anweisungen aktiv prüfen. Sonst zahlt man Lehrgeld in Credits.
Endcard-Spruch:
“Wer’s eilig hat, schmeckt nichts.”
Passt zum Bild – und ehrlich gesagt auch zu meinem Lernmoment hier.